feinem Sohne, den er als daS wirksamste Mittel, sich seinem
Schutze zu empfehlen, noch immer auf dem Arme hatte. Und
alS bald nachher die Lakedämonier und Athener kamen und
ihm gewaltig in den Ohren lagen, lieferte er ihn ihnen nicht
auS, sondern ließ ihn, weil er zum Könige wollte, über Land
an die andere Küste nach Pydna, der Hauptstadt Alexanders,
geleiten. Hier traf er ein Lastschiff, daS grade nach Jonien
abgehen wollte, auf welchem er sich einschiffte, mit dem er
dann aber an die athenische Flotte vor NaxoS verschlagen
wurde. Bis dahin wußte niemand an Bord, wer er war.
Jetzt aber in seiner Besorgnis teilte er dem Schiffer mit, wer
er wäre und weshalb er verfolgt werde. Zugleich drohte er
ihm, wenn er ihm nicht durchhülfe, würde er sagen, er habe
sich bestechen lassen, ihn mitzunehmen. Seine Sicherheit er
fordere, daß niemand das Schiff verließe, bevor es weiterführe.
Würde er ihm aber zu Willen sein, so solle er zum Dank
auch eine gute Belohnung haben. Der Schiffer ging auch
darauf ein, blieb vierundzwanzig Stunden außer Bereich ders
Flotte in offener See vor Anker liegen und kam nahcher glück
lich in Ephesos an. Zum Dank aber machte ihm Themistokles
ein ansehnliches Geldgeschenk. Inzwischen hatte er nämlich
von seinen Freunden aus Athen und Argos sein dort hinter
legtes Geld erhalten. Mit einem Perser aus dem Westen des
Reiches machte er sich alsdann auf die Reise inS Innere und
richtete unterwegs an König Artaxerxes, den kürzlich zur Re
gierung gelangten Sohn des Xerxes, ein Schreiben, das also
lautete: „Ich, Themistokles, komme jetzt hier zu Dir. Ich habe
eurem Hause mehr Schaden zugefügt als irgendein Grieche,
solange ich mich gegen die Angriffe Deines Vaters wehren
mußte, ihm aber noch weit mehr Gutes getan, sobald ich nichts
mehr von ihm zu befürchten, er aber die Gefahren des Rück
zugs zu bestehen hatte, und dadurch habe ich Anspruch auf
Dank erworben." - Hier berief er sich darauf, daß er den
Rat zum Rückzüge von Salamis gegeben und den Abbruch der
Brücke verhindert habe, ein Verdienst, das er sich freilich ohne
Grund zuschrieb. - „Auch jetzt noch bin ich imstande, Dir
gute Dienste zu leisten, und zu Dir gekommen, weil man mich
in Griechenland als Deinen Freund verfolgt. Nach Jahres
frist sollst Du von mir selbst hören, waS mich hergeführt hat."
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.