wähnten Ereignissen von Kerkyra und Potidäa und dem, was
sonst Veranlassung zu diesem Kriege wurde. Alle diese Kämpfe
der Griechen unter sich und gegen die Perser fallen in die
etwa fünfzig Jahre vom Rückzüge des Xerxes bis zum Beginn
dieses Krieges. Im Laufe dieser Jahre hatte Athen nicht nur
seine, äußere Herrschaft befestigt, sondern sich auch im Innern
mächtig entwickelt. Den Lakedämoniern war das nicht ent
gangen ; sie hatten aber den Athenern niemals oder doch höchstens
nur vorübergehend etwas in den Weg gelegt, sondern sich
.dabei beruhigt, einmal weil sie sich ohne Not überhaupt nicht
leicht auf einen Krieg einließen, dann aber auch, weil sie durch
Kriege im eigenen Lande in Anspruch genommen waren. Als
dann aber das gewaltige Athen offen gegen sie in die Schranken
trat und seine Hand selbst nach ihren Bundesgenossen ausstreckte,
wurde es ihnen schließlich zu viel, und sie beschlossen, nunmehr
Ernst zu machen und den mächtigen Gegner womöglich mit
Waffengewalt zu demütigen. Sie selbst hatten sich zwar schon
dahin entschieden, daß der Friede gebrochen und Athen der
Schuldige sei, schickten dann aber doch noch Gesandte nach
Delphi, um den Gott zu befragen, ob es rätlich für sie sei,
den Krieg anzufangen, und wie es heißt, gab der ihnen zur
Antwort, wenn sie ihn nachdrücklich führten, würden sie siegen,
er selbst aber, gerufen oder ungerufen, auf ihrer Seite sein.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
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