daß es an Geld fehlte. Weil man die Leute nicht ernähren
konnte, mußte man mit einem kleinen Heere zu Felde ziehen,
so wie man hoffen durfte, es während deS Krieges in Feindes
land erhalten zu können. Nachdem die Griechen gleich bei
ihrer Ankunft einen Sieg erfochten hatten - sonst hätten sie
ja ihr Lager nicht befestigen können -, haben sie von ihrer
ganzen Macht ja nicht mal mehr Gebrauch gemacht, sondern
sich auS Mangel an Lebensmitteln auch mit Landbau auf dem
Chersones und mit Seeraub befaßt. Darum konnten ihnen
auch bei solcher Zersplitterung ihrer Kräfte die Troer um so
eher die zehn Jahre widerstehen; denn den ihnen jeweilig gegen
über befindlichen Kräften waren sie voll gewachsen. Hätten
die Griechen genug zu leben gehabt und, statt Seeraub und
Landbau zu treiben, den Krieg mit vereinten Kräften ununter
brochen fortgeführt, so hätten sie die Troer leicht besiegen und
ihre Stadt nehmen können; haben sie sich doch trotz solcher
Zersplitterung selbst mit dem noch zur Stelle befindlichen Bruch
teil ihrer Kräfte ihnen gegenüber behauptet. Auch würden sie
Troja wohl schneller und leichter erobert haben, wenn sie eS
förmlich belagert hätten. Aber aus Mangel an Geld war man
damals zu schwach zu größeren Unternehmungen, und selbst
dieser über alle früheren Kriege berühmt gewordene Trojanische
Krieg ist bei Lichte besehen doch lange nicht das gewesen, wozu
ihn Sage und Dichtung jetzt bei unS gemacht haben.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
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