Die Ursache hievon ist aber nicht sowohl im Menschen-
mangel, als vielmehr in Geldarmuth zu suchen, denn wegen der schwie-
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rigen Beschaffung der Lebensmittel mußten sie auch die Heereszahl
schwächer nehmen und konnten nur so viel Mann überführen, als sie
hoffen durften, trotz dem Kriege dort erhalten zu können. Nachdem
sie aber gleich nach der Landung eine Schlacht gewonnen hatten^)
— und das muß geschehen sein, denn sonst hätten sie ihr Lager nicht
mit einer festen Mauer umgeben können —, so zeigt sich selbst dann
noch, daß sie nie mit ihrer Gesamtmacht auftraten, sondern sie
beschäftigten sich zugleich auch mit dem Landbau auf dem ^thrakischen^
Chersonnes 38) und mit Seeräuberei, eben aus Mangel an Lebensmitteln.
Wegen dieser Zersplitterung der Kräfte widerstanden die Trojaner um
so leichter die zehn Jahre hindurch, indem sie es mit den jedesmal
Zurückgebliebenen wohl aufnehmen konnten. Hätten jene aber
hinreichende Vorräthe an Lebensmitteln gehabt, und hätten sie, ohne
Seeraub und Landbau zu treiben, beständig mit ihrer ganzen Macht den
Krieg fortgeführt, so wären sie leicht durch einen Sieg in offener
Feldschlacht der Stadt Meister geworden, da sie ja auch, ohne
vollzählig zu sein, mit dem grade anwesenden Theil des Heeres
erfolgreichen Widerstand leisteten; und hätten sie sich zur Belagerung
herbeigelassen, so würden sie in kürzerer Zeit und mit noch weniger
Mühe Troja genommen haben. Allein eben des Geldmangels
wegen war nicht nur Alles früher Geschehene von keiner Bedeutung
gewesen, sondern selbst noch diese Unternehmung, obgleich bei
Weitem namhafter als alle früheren, zeigt sich in der Wirklichkeit viel
unbedeutender, als wozu der Ruf und die in unserer Zeit verbreitete
dichterische Sage sie machen.