der Feinde und seine eigene Verlegenheit von Tag zu Tag wuchs,
schickte auch seinerseits Boten nach Athen, wie er denn auch sonst
bei allen Gelegenheiten und Vorfällen Meldung that, und jetzt um
so mehr, da er sich für sehr gefährdet hielt und an keine Rettung
mehr glaubte, wenn nicht jene entweder seine Armee abholten oder
zahlreiche Verstärkung schickten. Weil er aber fürchtete, daß seine
Abgesandten, sei es nun aus Mangel des Vortrags oder aus
Vergeßlichkeit oder auch in der Absicht, dem Volke nach dem Munde zu
reden, nicht den wahren Verhalt darstellen möchten, so schrieb er
selbst einen Brief, in der Meinung, daß so die Athener ohne
Entstellung von Seiten des Boten seine wirkliche Ansicht von der
Sachlage erfahren und einen der Wirklichkeit entsprechenden Beschluß
fassen würden. Seine Abgesandten nun gingen mit diesem Briefe
und den sonstigen Aufträgen ab, Nikias selbst aber nahm seine Pflicht
wahr, indem er sich lieber mit aller Vorsicht im Lager hielt, als daß
er seinerseits die Gefahr einer Schlacht gesucht hätte.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
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