täglich größer, die Lage der Athener aber immer schwieriger
wurde, sandte auch er nach Athen. Er hatte schon bisher
häufig dahin berichtet und hielt das jetzt um so mehr für ge
boten, weit er seine Lage für äußerst bedenklich ansah und sich
für verloren hielt, wenn man das Heer nicht unverzüglich aus
Sizilien zurückzöge oder ihm ansehnliche Verstärkungen schickte.
Da er aber fürchtete, seine Abgesandten könnten, etwa weil sie
nicht redegewandt genug wären, oder aus Vergeßlichkeit oder
auch um den Leuten nach dem Munde zu reden, die Sache
vielleicht nicht richtig darstellen, so verfaßte er einen schrift
lichen Bericht in der Meinung, die Athener auf diese Weise
am besten in den Stand zu setzen, seine wahre, durch den
Boten nicht entstellte Auffassung kennen zu lernen und bei ihren
Beratungen nicht von falschen Voraussetzungen auszugehen.
Darauf machten sich seine Abgesandten mit dem Schreiben
und den ihnen erteilten mündlichen Aufträgen auf den Weg.
Er aber war jetzt schon mehr darauf bedacht, sich im Lager
gegen feindliche Angriffe zu behaupten als selbst angriffsweise
vorzugehen.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.