den Thrakern diejenigen in die Waffen gerufen, welche zwischen dem
Hämos ^Balkan^s und dem Rhodope-Gebirge ^Despoto-Dag^ wohnen,
soweit sie eben unter seiner Herrschaft standen, hinüber bis zum Meere,
dem Euxinos ^schwarzen Meeres nämlich und dem Hellespont ^Straße
der Dardanellen). Darauf auch die Geten jenseits des Hämos und
die übrigen Völker, so viele ihrer diesseits des Jster ^Donau^ weiter
gegen den Euxinos hin wohnen. Die Geten und die Anderen in jenen
Gegenden sind aber Gränznachbarn der Skythen und haben dieselbe 1 2
Bewaffnung, denn Alle sind Bogenschützen zu Pferde. Auch von den
freien Thrakern im Gebirge, welche Schwerter tragen und unter dem
Namen der Dier meist den Rhodope bewohnen, rief er Viele zu sich.
Die Einen hatte er um Sold gedungen, Andere aber gingen als
Freiwillige mit. Auch die Agrianer und Lääer und die übrigen
Päonischen Völker, die unter ihm standen und die Gränze seiner Herrschaft
bildeten, bis zu den Graäischen Päoniern und dem Strymon-Flusse
[Jskar] , der vom Skomischen Gebirge ^Witoscha^ herab durch das
Gebiet der Graäer und Lääer fließt, wo schon die Gränze seiner
Herrschaft gegen das Land der freien Päonier hin war. Gegen die
Triballer hin, welche ebenfalls unabhängig sind, bildeten die Trerer und
Tilatäer die Gränze. Diese wohnen nämlich vom Skomischen
Gebirge nordwärts und erstrecken sich gegen Sonnenaufgang bis zum
Oskios-Fluffe ^Jskru^. Dieser kommt aber von demselben Gebirge,
auf welchem auch der Nestos ^Karasu^ und der Hebros Wariza^
entspringen. Dies Gebirg ist unbewohnt und dehnt sich weit hin,
denn es schließt sich an den Rhodope an.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
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