Peloponnesier und ihre Bundesgenossen keinen Einfall nach Attika, sondern 1
wendeten sich gegen Platäa. Es befehligte aber Archidamos, des
Zeuxidamos Sohn, König der Lakedämonier. Tiefer ließ das Heer 2
ein Lager schlagen und schickte sich an das Land zu verwüsten. Da
sandten die Platäer allsogleich Abgeordnete an ihn und ließen ihm
sagen:
noch euer und der Väter, von denen ihr abstammt, würdig, indem
ihr gegen das Gebiet der Platäer zu Felde zieht. Denn als
Pansanias, des Kleombrotos Sohn, der Lakedämonier, Hellas von den
Medern befreit hatte, im Bunde mit den Hellenen, die mit ihm die Gefahr
der Schlacht theilen wollten, welche unter unsern Mauern vorfiel,
brachte er auf dem Markte der Platäer dem Zeus Befreier ein Opfer,
und nachdem er alle Bundesgenossen zur Zeugenschaft herbeigerufen,
übergab er den Platäern ihr Land und ihre Stadt als freie
unabhängige Männer zu bewohnen, und niemals sollte sie Einer
ungerechter Weise, oder um sie in Botmäßigkeit zu bringen, mit Krieg
überziehen; wenn es aber doch geschähe, so sollten alle die gegenwärtigen
Bundesgenossen nach Kräften abwehren. Dies Vorrecht haben uns
eure Väter ertheilt zur Belohnung der Tapferkeit und des Eifers,
welche wir in jenen Gefahren bewiesen; ihr aber thut nun davon das
Gegentheil; denn im Bunde mit den Thebanern, unseren ärgsten
Feinden, kommt ihr nun, uns in Knechtschaft zu zwingen. So rufen
wir denn zur Zeugenschaft die eidbewachenden Götter von damals,
die Gottheiten eurer Väter und unsere heimischen und ermähnen euch,
das Gebiet von Platäa nicht zu schädigen, noch die Eidschwüre zu
verletzen, sondern uns unabhängig hier wohnen zu lassen, wie Pausanias
uns zugestanden hat."
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
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