sich nicht mehr zu halten, da die Einfälle der Peloponnesier in Attika
ihnen keineswegs die Athener vom Hals schafften, ihnen selbst
vielmehr die Nahrungsmittel ausgingen, und außer andern Dingen, welche
die Noth zu genießen zwang, Einige sogar schon Menschensleisch
gegessen hatten. Deshalb boten sie den gegen sie aufgestellen Feldherren
der Aihener, Aencphon, dem Sohne des Euripides, Hestiodoros, dem
Sohn des Aristokleides, und dem Phanomachos, des Kallimachos
Sohn, die Hand zu einem Vergleiche. Und diese zeigten sich dazu
auch willig, da sie sahen, wie ihre Truppen in der rauhen Gegend
litten, und der Staat überdies schon zwei Tausend Talente auf die
Belagerung ausgegeben hatte. Sie kamen nun dahin nberein, daß
sie selbst mit Weib und Kind, sowie auch ihre Bundesgenossen, Jeder
mit einer Gewandung, die Weiber aber mit zweien ausziehen sollten,
und ein festgesetztes Stück Geld zur Wegzehrung durften sie auch
mitnehmen. Unter dem Schutze dieses Vertrages nun zogen sie gegen
Ehalkidike, oder wie es grade Einer einrichten konnte. Die Athener
aber waren ungehalten über ihre Feldherrn, daß sie aus eigene Hand
den Vertrag geschlossen, denn sie glaubten, die Stadt hätte sich doch
auf Gnade oder Ungnade ergeben müssen. Später sandten sie
Ansiedler aus ihrer Mitte nach Potidäa und besetzten damit die Stadt
für sich.
zweite Jahr des Krieges zu Ende, welchen Thukydides beschrieben hat.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
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