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„Die an diesem Orte vor mir gesprochen, haben meist Dem
eine Lobrede gehalten, der zu dem gesetzlichen Brauche noch diese Art
von Rede hinzugefügt hat, weil es für ihre eigene Person ihnen ehrenvoll
schien, zum Preise der im Kampfe Gefallenen zu sprechen. Mir aber
schien es zu genügen, wenn tapferer Männer Thaten auch nur durch
eine That geehrt werden, — durch eine Handlung, meine ich , wie ihr
sie hier zu diesem Begräbnis; aus öffentlichem Wesen in's Werk gesetzt
seht, — und nicht sollte von Einem Manne die Tapferkeit vieler
Männer Gefahr fürchten müssen; denn, wem ihr Lob anvertraut wird,
kann vielleicht gut reden, aber vielleicht auch schlecht. Im Reden das
rechte Maß halten, ist schwer, und kaum wird auch durch dasselbe eine
richtige Anschauung von der Wahrheit hervorgerufen. Denn wer von
den Zuhörern die Thaten selbst mit angesehen hat, und sosern er ein
wohlwollender Mann ist, wird leicht die Schilderung unter seiner eigenen
Erwartung und seiner Kenntniß finden. Wer aber des Vorgefallenen
unkundig ist, wird Manches für übertrieben erachten, weil sich in ihm
der Neid regt, wenn er von Dingen hört, die über seine Kräfte gehen.
Denn bis zu dem Punkte ertragen die Menschen wohl Lobsprüche auf
Andere, so lange Jeder glaubt, selbst solcher Thaten fähig zu sein,
wie er sie da mit anhört. Was aber darüber hinausgeht, dem schenkt
man keinen Glauben, weil sich dann der Neid regt. Weil es aber
denen vor uns als löblicher Gebrauch ershcienen ist, so muß auch ich
mich in das Gesetz schicken und muß streben, Euer Aller Wunsch und
Meinung zu genügen, so gut ich's kann."