Unterdessen erstieg ein Theil der Platäer die Mauer, und
so wie die Vordersten hinaufgekommen waren, bemächtigten sie sich
der beiden ^nächsten) Thürme, indem sie die Wachen daselbst tödteten,
und besetzten dann selbst die Durchgänge unter den Thürmen, um zu
verhindern, daß da Keiner zu Hülfe kommen könne. Dann legten sie
von der Mauerhöhe Leitern an die Thürme, hießen eine Zahl Männer
hinaufsteigen und konnten nun vom Fuß der Thürme wie von oben
herab heranrückende Feinde durch Schießen abwehren. Unterdeß hatte
aber auch der große Haufe der Platäer viele Leitern zugleich angelegt,
rissen die Brustwehren ab und setzten zwischen den beiden Thürmen
über die Mauer. War einer glücklich hinübergekommen, so stellte er
sich am Rand des Grabens auf, und so schossen und schleuderten sie
von dort aus, wenn Einer etwa längs der säußeren) Mauer
herankäme, das Uebersteigen zu hindern. Als nun auch die von den
Thürmen alle herabgekommen waren, gelangten die, welche zuletzt nieder-
stiegen, nur noch mit Mühe bis an den Graben, denn jetzt stießen die
dreihundert auf sie mit Fackeln. Die Platäer nun, die am Rand des
Grabens im Dunkeln standen, konnten jene viel besser sehen und
zielten mit Pfeilen und Wurfspießen nach den unbedeckten Körpertheilen;
sie selbst aber, wie sie im Finstern standen, konnten wegen des
Fackelscheins nicht so leicht gesehen werden. So kamen denn auch die Letz«
ten der Platäer rechtzeitig über den Graben, wenn auch mit Mühe
nnd Gefahr; denn es hatte zwar Eis drüber gefroren, aber nicht stark
genug, um Menschen zu tragen, sondern mehr wässerig,. da grade
Nord- oder Nord-Ost-Wind blies. Dieser Wind hatte in der Nacht
auch Schnee gebracht und das Wasser im Graben so geschwellt, daß
beim Uebersetzen kaum noch die Köpfe hervorragten. Doch wurde
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ihnen auch die Flucht um so leichter bei so stürmischem Wetter. l