„Euer Unwille gegen mich kommt mir nicht unerwartet,
denn ich kenne dessen Ursachen, nnd deshalb habe ich die
Volksversammlung berufen, um euch zur Rede zu setzen nnd zurechtzuweisen,
wenn ihr mir mit Unrecht zürnt oder feige vor dem Mißgeschick weichet.
Denn ich bin der Meinung, daß ein Staat, der im Ganzen sich
wohlbefindet, den einzelnen Bürgern viel mehr zu nützen vermag, als ein
solcher, dessen einzelne Bürger alle wohlhabend sind, mit dem es aber
im Ganzen schlecht steht Denn geht es auch dem einzelnen Manne
für sich noch so gut, so ist er beim Untergange des Vaterlandes doch
mit verloren, geht es ihm aber schlecht, so hat er in einem glücklichen
Staate viel mehr Gelegenheit sich aufzuhelfen. Wenn nun also der
Staat im Stande ist, das Unglück Einzelner zu übertragen, jeder
Einzelne aber für sich unfähig ist. das des Staates zu übertragen,
sollen dann nicht Alle für ihn einstehen und das vermeiden, was ihr
jetzt thut, daß ihr euch durch häusliches Unglück so weit verwirren
lasset, das gemeinsame Wohl ganz außer Augen zu lassen, und auf
mich, der ich den Krieg veranlaßt habe, und auf euch selbst, die ihr mit
dafür gestimmt habt, unwillig zu sein? Und einem Manne zürnet
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ihr, der doch in Erkenntnis; dessen, was nöthig ist, und in der Kunst,
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es auseinanderzusetzen, Niemanden nachsteht, der sein Vaterland liebt
und über Gewinnsucht erhaben ist! Denn wer zwar Einsicht hat,
aber Andere nicht belehren kann, der ist gerade so gut, als wenn er
kein Verständnis; hätte; wer aber beides hat und dabei dem Staate
nicht treugesinnt ist, der kann wohl auch nichts Vortheilhaftes
vorbringen ; und wer auch das Dritte noch dazu besitzt, vom Gelde aber
bestochen wird, der würde für dies Eine Alles Andere zu verkaufen
bereit sein. Wenn ihr also damals meiner Aufforderung zum Kriege
nachgabt, weil ihr der Ansicht wart, daß ich jene Eigenschaften auch
nur in mäßig höherem Grade als Andere besitze, so kann ich jetzt wohl
eure Beschuldigungen als ein Unrecht gegen mich zurückweisen."