Chorführerin.
Sprich nur; in ängstlicher Erwartung pocht mein Herz.
Elektra.
Hier diese Locke find' ich liegend auf dem Grab.
Chorführerin.
Und wer hat sie gespendet, Mädchen oder Mann?
Elektra.
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Für jedermann ist dieses Rätsels Lösung leicht.
Chorführerin.
Mir muſst du's erst erklären, Kind, so alt ich bin.
Elektra.
Wer könnte sie geopfert haben aufser mir.
Chorführerin.
Wahr ist's, denn die es sollten sind dem Toten feind.
Elektra.
Und in der That, vollkommen ähnlich sieht sie aus.
Chorführerin.
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Ähnlich - das eben möcht' ich wissen, welchem Haar?
Elektra.
Dem Haare meines Hauptes gleichet sie durchaus.
Chorführerin.
Sollt' es ein heimlich Opfer von Orestes sein?
Elektra.
So ist's. Der Locke sieht man's an, sie stammt von ihm.
Chorführerin.
Wie aber hätt' er herzukommen sich getraut?
Elektra.
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Geschickt hat er die Locke, die er sich vom Haupt
als Liebesgabe zu des Vaters Ehren schor.
Chorführerin.
Nur neue Thränen weckst du mit dem neuen Wort,
wenn denn sein Fufs die Heimat nie betreten soll.
Elektra.
Wie kalter Fieberschauer überlief es mich,
im Herzen fühlt' ich Stiche wie von Dolchesstofs,
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und aus den Augen treibt der eis'ge Druck der Angst
in schweren Trauertropfen mir das salz'ge Nafs.
Das wirkt der Anblick dieser Locke. Nimmermehr
gehört sie irgend einem Mann aus Argos sonst.
Die Mörd'rin - nein, die hat sie sicher nicht geweiht,
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die Mutter höchst unmütterlich ist das Gefühl,
das für die Kinder diese Gottverhafste nährt.
Und so - doch nein, behaupten zuversichtlich kann
ich's nicht, daſs sie das heiſsgeliebte Haupt geziert,
Orestes' Haupt. Allein die Hoffnung lacht mich an.
Libation Bearers. Aeschylus. Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff (Translator). Berlin. 1919–1923.
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