1-39.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg005-wecklein1888-com-ger1-1
Prolog. Man erblickt den Wächter auf dem Dache des Atridenpalastes liegend. - Der Prolog besteht in den drei Stücken dieser Trilogie aus einem Monologe, welcher gut motiviert erscheint, auch in den Eumeniden (vgl. zu 1). Einer ausführlicheren Exposition bedarf es hier nicht. Das aufregende Moment
wird. 18 f. und 36 ff. von ferne angedeutet. Aus denselben Stellen ergiebt sich,
dafs der immer wieder durchbrechende Unmut des treuen Dieners (34 f.) einen
tieferen Grund hat. So erweckt schon der Prolog die der Tragödie entsprechende Stimmung. Für die Illusion beginnt die Handlung vor Tagesanbruch. Troja fiel um Mitternacht (Eur. Hek. 914
μεσονύκτιος
ὠλλύμαν, wozu der Schol. den Vers der kleinen
Ilias:
νὺξ μὲν ἔην
μέσση,
λαμπρὰ δ᾽ ἐπέτελλε σελήνη anführt).
19.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg005-wecklein1888-com-ger1-13
δεσποτουμένου
(
Cho.103
,
Eum. 530
): vgl. Tragic. Rom. frgm. inc. 100 ed. Ribb. o domus antiqua, heu quam dispari Dominare domino.
20.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg005-wecklein1888-com-ger1-14
νῦν, jetzt endlich nachdem das ganze Jahr um ist (2). Damit wird motiviert, daſs gleich darauf wirklich das Feuerzeichen erscheint. Vgl.
Soph. Oed. T. 73
. Der Mangel der gewöhnlichen Cäsur wird ausgeglichen durch die Elision nach dem dritten Fufs (vgl. 824, 937, 1253, 1266,
Cho. 882
, 918,
Eum. 907
), zumal da die nächste Silbe der erste Teil eines zusammengesetzten Wortes ist (vgl. 1033, 1052, 1269,
Cho. 1
,
Eum. 447
, auch
Cho. 150
).
21.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg005-wecklein1888-com-ger1-15
Nach diesem Vers
muſs, wie schon der Schol. bemerkt, eine kleine Pause stattfinden, worauf der Wächter, von seinem Lager aufspringend, mit lautem Ruf das Flammenzeichen begrüfst.
22.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg005-wecklein1888-com-ger1-16
ἡμερήσιον steht gegensätzlich zu
νυκτός wie 527
φῶς ἐν εὐφρόνη,
Pers. 304
λευκὸν ἦμαρ νυκτὸς ἐκ μελαγχίμου, so
daſs
νυκτός zuerst im eigentlichen Sinne steht und dann in übertragener Bedeutung gedacht wird.
24.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg005-wecklein1888-com-ger1-17
χάριν, als Dank, zum Dank. Eur. Alk. 1155
χοροὺς ἐπ᾿ ἐσθλαῖς ξυμφοραῖσιν ἱστάναι.
25.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg005-wecklein1888-com-ger1-18
Spätere Grammatiker
unterscheiden durch den Accent
ἰοῦ ἰοῦ als Ausdruck der Freude von dem klagenden
ἰοὺ
ιού. Herodian u. a. kennen diese Unterscheidung nicht.
26.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg005-wecklein1888-com-ger1-19
Die Umschreibung
Αγαμέμνονος
γυναικί ist im Munde des
Wächters anzüglich. Weil der Dichter das Abtreten des Wächters zu motivieren hat,
muſs man die Lesart
geringerer Handschr.
σημανῶ der besseren Überlieferung
σημαίνω vorziehen. Die Verwechslung dieser Formen findet sich öfters.
27.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg005-wecklein1888-com-ger1-20
ἐπαντείλασαν: der Wächter ist noch ganz eingenommen von der Beobachtung der Sterne.
δόμοις
ζα
ἐπορθιάζειν wie 1108.
28.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg005-wecklein1888-com-ger1-21
ὀλολυγμόν: Hesych.
ὀλολυγή·
φωνὴ γυναικῶν ἣν ποιοῦνται ἐν τοῖς ἱεροῖς εὐχόμεναι, Eustath. zu Hom.
δ 767
τὸ ὀλολύζειν γυναικεία εὐχὴ λιγύφωνος, Xenoph. Anab. IV 3, 19
ἐπεὶ καλὰ ἦν τὰ σφάγια,
ἐπαιάνιζον πάντες οἱ στρατιῶται καὶ ἀνηλάλαζον,
συνωλόλυζον δὲ καὶ αἱ
γυναῖκες
ἅπασαι. Der Wächter denkt also an Dankgesänge von Frauenchören. Vgl.
γυναικαῖοι νόμοι 599.
τῇδε λαμπάδι τα εὐφημοῦντα.
32-33.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg005-wecklein1888-com-ger1-22
θήσομαι: die zugefallenen Würfel werden zum Spiel gesetzt. Vgl. Soph. frg. 686 Dind.
στέργειν δὲ τἀκπεσόντα καὶ θέσθαι πρέπει Σοφὸν κυβευτήν,
ἀλλὰ μὴ στένειν τύχην, Plat. Rep. p. 604 C
ὥσπερ
ἐν πτώσει κύβων πρὸς τὰ πεπτωκότα τίθεσθαι τὰ
αὐτοῦ
πράγματα, Ter. Ad. IV 7, 21 Ita vitast hominum, quasi quom ludas tesseris, Si illud quod maxume opus est iactu non cadit, Illud quod cecidit forte, id arte ut corrigas. Der Wurf
τρὶς ἓξ war der beste. Hesych.
τρὶς ἕξ·
νικητήριος βόλος,
καὶ παροιμία·
τοὶς
ἓξ ἢ τρεῖς κύβοι, Diogenian. V 4
το
μὲν τρὶς ἓξ τὴν παντελῆ νίκην δηλοῖ,
τὸ δὲ τρεῖς κύβοι τὴν ἧτταν. Auf unser Kartenspiel übertragen würde der Ausdruck etwa lauten:
„Das Glück meiner Herrschaft ist eine gute Karte für mein Spiel; vier As hat mir diese Feuerwache eingebracht." (Andere betrachten
εὐ
πεσόντα als Prädikat zu
θήσομαι und erklären:
„Des Hauses Glück will ich zu meinem Glückswurf machen.")
36.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg005-wecklein1888-com-ger1-23
Hesych.
βοῦς ἐπὶ
γλώσσῃ·
παροιμία ἐπὶ τῶν μὴ δυναμένων παρρησιάζεσθαι. Die dazu gegebene Erklärung
ἤτοι διὰ τὴν ἰσχὺν τοῦ ζώου ἢ διὰ τὸ
τῶν᾿
Αθηναίων νόμισμα ἔχειν βοῦν ἐγκεχαραγμένον,
ὅνπερ ἐκτίνειν τοὺς πέρα τοῦ δέοντος παρρησιαζομένους ἦν ἔθος erscheint als künstlich.
Ahnlich ist die Deutung des Schol.
ἢ βάρος ἐπίκειται ἢ φοβοῦμαι ζημίαν ἐπικεισομένην μοι. Richtig aber ist
gewiſs in beiden Erklärungen, dafs Furcht vor Strafe als Grund des Schweigens angedeutet wird. Augenscheinlich ist
enscheinlich der Ausdruck
κλὴς
ἐπὶ γλώσσῃ βέβηκεν (Aesch. frg. 307
ἀλλ᾽ ἔστι
κἀμοὶ κλὴς
ἐπὶ
γλώσση
φύλαξ, Soph. Oed.
Κ. 1052
χρυσέα κλὴς ἐπὶ γλώσσα βέβακε προσπόλων
Ευμολπιδᾶν, vgl. auch Anthol. Pal.
Χ 42
ἀρρήτων ἐπέων γλώσσῃ σφρηγὶς ἐπικείσθω) mit volkstümlichem Humor, der gern in Bezeichnung von Strafwerkzeugen sich geltend macht, in
βοῦς ἐπὶ γλ.
βέβηκεν umgestaltet und bedeutet
βοῦς ἱμὰς βόειος oder
βοεία: der Ochsenziemer oder die Knute, die gefürchtet wird, ist der Schlüssel am Munde. Vgl. Hesych.
βοῦς·
μάστιξ, Plaut. Asin. I 1, 21 aput fustitudinas ferricrepinas insulas, ubi vivos homines mortui incursant boves. In witziger Weise ist der sprichwörtliche Ausdruck ausgedeutet bei Theogn. 850
βοῦς
μοι ἐπὶ γλώσσῃ κρατερῷ ποδὶ λὰξ ἐπιβαίνων Ἴσχει κωτίλλειν καίπερ ἐπιστάμενον. Dem
κρατερῷ ποδὶ λὰξ ἐπιβαίνων entspricht das Epitheton
μέγας hier wie bei dem Komiker Strattis fr. 67
Κ.
βοῦς ἐμβαίνει (
ἐπεμβαίνει)
μέγας (
Στράττις εἶπε παρὰ τὴν παροιμίαν τὴν
„
βοῦς
ἐπὶ
γλώττῃ“ Hesych.). Lobeck (Aglaoph. I S. 36) denkt an einen ledernen Riemen, mit dem Verurteilten der Mund verbunden wurde (vgl. H. L. Ahrens Philol. Suppl. I S. 229 ff.), G. Hermann an den schweren Druck des
Stierfuſses, unter dem man nichts hervorziehen kann; Schneidewin (Philol. IX S. 149 ff.) bringt das Sprichwort mit den Mysterien in Zusammenhang; Hartung meint, das
Schloſs habe die Gestalt eines
Stierfuſses gehabt, Margoliouth hält
βοῦς für eine Verballhornung von
βῦς, das er als Grundwort von
βύειν (stopfen) betrachtet.
37.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg005-wecklein1888-com-ger1-24
Dieser Gedanke bezeichnet die Sache genügend, wie es Eur. Hipp. 418 von ehebrecherischen Frauen heifst:
πῶς
ποτ᾽..
βλέπουσιν εἰς πρόσωπα τῶν ξυνευνετῶν οὐδὲ σκότον φρίσσουσι τὸν ξυνεργάτην τέρεμνά τ'
οίκων μή ποτε φθογγὴν ἀφῇ; Cic. pro Cael. 24, 60 nonne ipsam domum metuet, ne quam vocem eiciat; non parietes conscios?