707-776.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-484
zweites Stasimon, welches die Verkettung von Schuld und Buße im Labdakidenhause und den inneren Zusammenhang der Trilogie darlegt: Der Fluch des Ödipus, dessen Erfüllung der Streit seiner Söhne beschleunigt, wird zu dem Wechselmorde der Brüder füh- ren und so wird ein unsühnbarer Greuel zur. alten Not des Labda- kidenhauses hinzukommen. Diese alte Not begann mit der Schuld des Laios, dem Ungehorsam gegen das Gebot des Delphischen Gottes. Die Schuld des Laios, welche er alsbald mit seinem Leben büßte, übt ihre verderbliche Wirkung fort auf die nächste und übernächste Generation, auf Ödipus, dessen hohes Glück mit der Selbstblendung und der Verfluchung der Söhne schmählich endigte, jetzt auf die Söhne des Ödipus, und mit den Fürsten leidet der Staat, wenn er nur nicht mit ihnen zugrunde geht". In ähnlicher Weise faßt der Chor- gesang Cho. 1063 ff. die Schicksale des Atridenhauses zusammen. Der Gesang wird vom Gesamtchor vorgetragen.
743.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-508
Gleichsam ein Meer von Leiden wogt auf und nieder. Wäh- rend eine Woge sinkt, läßt es eine andere dreifach geteilte (d. i. über- aus gewaltige) in die Höhe steigen, welche bereits um den Steuersitz des Staates rauscht (diesen zu be- graben droht)".
τὸ
μὲν
πίτνον schließt sich appositionell an
κῦμα an. An die Stelle von
τὸ
δὲ
ἀειρό-
μενον tritt, wie häufg, ein selb- ständiger Satz, in welchem wieder
θάλασσα Subjekt ist.
τρίχηλον bezeichnet die
τρικυμία, die ge- fährlichste Art des stürmischen Meeres. Vgl. Prom. 1047
οἷός
σε
χειμὼν
καὶ
κακῶν
τρικυμία
ἔπεισ᾽
ἄφυκτος, Eur. Hipp. 1213
σὺν
κλύ-
δωνι
και
τρικυμία, Plat. Staat V §. 472
Α.
τω
δύο
κύματε
ἐκφυγόντι
τὸ
μέγιστον
καὶ
χαλεπώτατον
τῆς
τρικυμίας
ἐπάγεις. Durch ein ähn- liches Bild ist ununterbrochene Aufeinanderfolge der Leiden Soph. Ant. 586 ff. veranschaulicht. Diese
τρικυμία kann man auf die Steige- rung des Pathos im dritten Stück der Trilogie beziehen (Schol.
τὰ
μὲν
ἐπὶ
Λαΐου
γέγονε,
τὰ
δὲ
ἐπὶ
Οἰδί
ποδος,
τὰ
δὲ
νῦν).
747.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-509
ἀλκὰ
μεταξὺ
δι'
ὀλίγῳ (ge schrieben für
μεταξὺ
δ'
ἀλκὰ
δ'
ὀλίγου)
τείνει
πύργος
ἐν
εὔρει,
αλκὰ
μεταξὺ
διατείνει
πύργος
ἐν
ὀλίγῳ
εὔρει, „,als Wehr erstreckt sich schmal dazwischen - die Stadt- mauer" (nur eine dünne Schiffs→ wand, die Stadtmauer, trennt uns vom Wellengrab). Mit
πύργος wie vorher mit
πόλεως wird in lyrischer (nicht epischer) Weise Gleichnis und Verglichenes ohne Vermittelung ver- bunden. Das Asyndeton wie 741. Zum Gedanken, welcher uns leb- haft in die Stimmung des auf stür- mischem Meere Fahrenden versetzt, vgl. Hom. O 628
τυτθὸν
γὰρ
ὑπὲκ
θανάτοιο
φέρονται
ναῦται), Arat. Phän. 299
ὀλίγον
δὲ
διὰ
ξύλον
Αϊδ'
ἐρύκει, Diog. L. I 8, 5
μαθὼν
τέτ-
ταρας
δακτύλους
εἶναι
τὸ
πάχος
τῆς
νεώς,
τοσοῦτον
ἔφη (
Ανάχαρσις)
τοῦ
θανάτου
τοὺς
πλέοντας
ἀπέχειν, Dio Chrys. 64, 9
τριδάκτυλον
αὐτοὺς
σώζει
ξύλον
πεύκινον (wahrschein- lich ein Trimeter
τριδάκτυλον
σῴζει
σφε
πεύκινον
ξύλον aus Eurip. Philokt.), I v. XII 57 i nunc et ventis animam committe, dolato confisus ligno, digitis a morte re- motus quattuor aut septem, si sit latissima taeda, XIV 289 tabula distinguitur unda.
749.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-510
Ähnlich ist der Gedanke Eur. Hek. 638
πόνοι
γὰρ
καὶ
πόνων
ἀνάγκαι
κρείσσονες
κυκλοῦνται.
κοι
νὸν
δ᾽
ἐξ
ἰδίας
ἀνοίας
κακὸν
τῇ
Σιμουντίδι
γᾷ
ὀλέθριον
ἔμολε, Hor. epist. II 14 quicquid delirant reges, plectuntur Achivi,