1-181.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-1
Parodos. An Stelle des
προλογίζων wie in den Persern hat der Chor zunächst die Aufgabe die vorausliegenden Begebenheiten und das Motiv der Handlung (Flucht vor den Söhnen des Ägyptos, welche die Danaiden zur Ehe zwingen wollen) anzugeben. Dann richtet er an Götter und Menschen, an das stammverwandte Argos die Bitte um Schutz gegen Ver- gewaltigung vonseiten der die Danaiden verfolgenden Ägyptiaden. Damit wird das Ziel der Handlung bezeichnet. Endlich dient die Paro- dos zur Charakteristik des Chors, um dessen Schicksal sich die Hand- lung dreht (zu 118-181). Parodos zerfällt in drei Teile. Die anapästische Partie 1-39 trägt der Koryphäos vor, die melische 40-117 der Gesamtchor; von der zweiten melischen Partie 118-181, deren drei Strophen mit Ephymnien (zu 134) schließen, scheint jeder der drei oroixo ein Strophenpaar ge- sungen zu haben, während die Ephymnien dem Gesamtchor zu- fielen. Vgl. Jahrb. f. Philol. Suppl. XIII S. 219 ff. Als Schutz- flehende sind die Danaiden durch einen mit weißer Wolle umwundenen Olivenzweig gekennzeichnet (21f.), den sie in der linken Hand halten (197-199). Ihre Tracht ist ägyp- tisch (240 ff.). Während der Paro- dos steht Danaos auf dem hohen Götteraltare und späht bald nach Idem Meere bald nach dem Lande hin (184).
1-39.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-2
erster Teil der Paro- dos:,,Aus dem Lande am Nil sind wir geflohen um nicht zu der Ehe mit den verhaßten Vettern ge- zwungen zu werden, dem Rate unseres Vaters Danaos folgend, welcher uns nach Argos geführt hat, der Urheimat unseres Ge- schlechts. Bei dem stammver- wandten Lande können wir als Schutzflehende auf freundliche Teil- nahme rechnen. Mögen die Götter des Landes den Bürgern eine mild- herzige Gesinnung gegen uns ein- geben, dagegen das Schiff der uns nachsetzenden Ägyptiaden in den Fluten des Meeres begraben."
1.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-3
Zeus an der Spitze: der Grund- satz
ἐκ
Διὸς
ἀρχώμεσθα
καὶ
ἐς
Δία Anyers,
Moto
αi (Theokr. 17, 1) gilt vor allem für Schutzflehende. uév, welches im Anfang von fünf Stücken und der Myrmidonen vor- kommt, setzt das bisher Geschehene, was im Folgenden erzählt wird, dem, was weiter zu geschehen hat, ent-
ἀφίκτωρ, Schol.
ἱκετῶν gegen.
ἔφορος, vgl. Hesych.
ἀφίκτορα,
τὸν
ἱκέσιον
Δία, unten 488
Ζῆνος
ἱκτῆ gos, dagegen 247
άpintógov s. v. a.
ἱκετῶν (Schol.), ebenso
προσίκτωρ Eum. 444, gigis unten 492 im Sinne von
ἱκετεία. Mit
ἀφίκτωρ stellt sich gewissermaßen der Chor der
Ικέτιδες vor. Die Auffassung des Zeus als des Hortes der Schutz- flehenden und Verfolgten hat sich aus der Vorstellung von
Ζεὺς
ξένιος entwickelt, vgl. Hom. 270
Z
εvs
δ᾽
ἐπιτιμήτωρ
ἱκετάων
τε
ξείνων
τε,
ξείνιος,
ὃς
ξείνοισιν
ἅμ᾽
αἰδοίοισιν
ὀπηδεῖ. —
ἐπίδοι: vgl. 151, 819, Sieb. 472, wie
ἐποπτεύειν,
ἐπωπᾶν,
ἐφορῶν,
ἐποπτῆρας
γενέσθαι,
ἐπι-
σκοπεῖν von dem Blick der das Böse ahndenden Götter.
2.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-4
o
τólov wie 28, Zug, Schar.
νάϊον
ἀρθέντα dichterisch für
νη oder
ναυσὶν
ἀρθέντα. Manche wollen
στόλον
νάϊον im Sinne von vauv (classem von einem Schiff) oder expeditionem navalem ver- binden.
ἀρθέντα wie Herod. I 166
ἀερθέντες
ἐκ
τῶν
Οἰνουσσέων
ἔπλεον.
3.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-5
προστομίων: der Schol. weiß nicht, ob er darunter die Insel Pharos (
Αἰγύπτου
προπάροιθεν
γάρ
ἐστιν verstehen oder
προστόμια im Sinne von
στόμια (
πλεοναζούσης
τῆς
πρό) fassen soll, entscheidet sich aber für das letztere. Auch bei Hesych. unter
προχοῇς (
τοῦ
ποτα-
μοῦ
τὸ
προστόμιον
προχοή) steht
προστόμιον im Sinne von
στόμιον. Abresch schrieb
ἀποπρὸ
στομίων, aber
ἀποπρό findet sich zwar öfters bei Euripides, nirgends aber bei Äschylos und Sophokles. Hermann hält
προστόμιον für das Gleiche wie
πρόσχωμα Prom. 873
Νείλου
πρὸς
αὐτῷ
στόματι
καὶ
προσχώματι (Schol.
τῷ
ὑπὸ
τοῦ
ποταμοῦ
ἐτησίῳ
προσ-
θήματι
τοῦ
χώματος). Wahrschein- lich ist an das Delta zu denken, an das Land, welches sich vor der Mündung des ungeteilten Flusses durch die Schlammablagerung des Nil gebildet hat. Zu
λεπτοψα-
μάθων vgl. Plin.
Η.
Ν. XXXV § 47 non multum a pulvere Puteolano distat e Nilo arena tenuissima sui parte non ad sustinenda maria fuctusque frangendos, sed ad de- bellanda corpora palaestrae studiis.
Δίαν wie 567
Δῖον
πάμβοτον
ἄλσος. Vgl. Pind. Pyth. IV 56
Νείλοιο
πρὸς
πῖον
τέμενος
Κρονίδα. Der Name
Αἴγυπτος wird hier und später, z. B. 77, vermieden, weil
Αἴγυπτος in diesem Stücke der Bruder des Danaos ist. Das Land Gottes heißt Ägypten als das heilige Land. Vgl. Hesych.
δίαν
μεγάλην
ἢ
ἔνδοξον. —
δέ: Schol.
ὁ
δὲ
ἀντι
δέ
τοῦ
γάρ. Vgl. zu Prom. 109. Der Parömiakos ohne Pause des Gedankens auch 32 und Ag. 66.
5.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-6
συγχορτον,
ὅμορον nach Hesych. unter
αὐλῆς:
τὰ
ὅμορα
σύγχορτα
λέγουσιν (von
χόρτος, hortus). Vgl. Eur. Andr. 17
Φθίας
δὲ
τῆσδε
καὶ
πόλεως
Φαρσαλίας (vielmehr
τῇ
πόλει
Φαρσαλία)
σύγχορτα
ναίω
πεδία.
Ζη dieser Grenzangabe vgl. Herod. II 158
τοῦ
Κασίου
ὄρεος jetzt El Kas)
τοῦ
οὐρίζοντος
Αίγυπτόν
τε
και
Συρίην und II 12
τῇ
Συρίῃ
τῆς
γὰρ
Αραβίης
τὰ
παρὰ
θάλασσαν
Σύροι
νέμονται. das
6-7.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-7
οὔτινα. .
γνωσθεῖσαι: nicht wegen vergossenen Blutes durch Volksgericht zur Verbannung ver- urteilt.
Ζα
δημηλασίαν vgl.
φυγὴ
δημήλατος 622. Wie
καταγνωσθῆναι
ἀτιμίαν,
προδοσίαν,
δειλίαν,
φυγήν gesagt werden kann (vgl. Lobeck zu Soph. Ai. p. 351), so ist hier aus
γιγνώσκειν
τινὶ
δημηλασίαν passive
γιγνώσκεται
τις
δημηλασίαν gebildet nach Analogie von
ἐπι-
τρέπεταί
τις
ἀρχήν. Wahrscheinlich ist die ältere Form
γνωθεῖσαι her- zustellen, wie zu Soph. Ai. 717 Hesych.
μετανεγνώθη erhalten hat, während die Handschriften
μετανε-
γνώσθη bieten.
αἷμα,
φόνος wie 458, Eum. 616, Eur. Or. 406
ὁ
συνδρῶν
αἷμα
καὶ
μητρὸς
φόνον Zum Gedanken vgl. Hom.
Ν 695
ἔναιεν
ἐν
Φυλάκῃ
γαίης
ἀπὸ
πατρίδος
ἄνδρα
κατακτάς,
Π 571,
ψ 118
καὶ
γάρ
τίς
θ᾽
ἕνα
φῶτα
κατακτείνας
ἐνὶ
δήμῳ,
ᾧ
μὴ
πολλοὶ
ἔωσιν
ἀοσσητῆρες
ὀπίσσω,
φεύγει
πηούς
τε
προλιπὼν
καὶ
πατρίδα
γαϊαν. An diese Sitte der Homeri- schen Zeit, nicht an den
ἀπενιαυ-
τισμός derjenigen, die einen unvor- sätzlichen Totschlag begangen hat- ten, ist hier zu denken. Doch nimmt der Dichter an, daß sich bereits die Staatsgewalt (
ψῆφος
πόλεως) ins Mittel legt und die Blutrache nicht ganz den Verwandten überlassen ist. u. 8.
8.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-8
αὐτογενεῖ
φυξανορίᾳ, in der Absicht naheverwandten Männern zu entgehen. Vgl. Prom. 881
φεύγουσα
συγγενῆ
γάμον
ἀνεψιῶν.
9-10.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-9
ὀνοταζόμεναί
τε
γάμον (und aus Abscheu vor der Ehe): der zweite Grund gibt eine nähere Er- läuterung des voraus angegebenen.
τὲ kann an fünfter Stelle stehen, weil die Worte
γάμον ..
ἀσεβῆ ein einziges Satzglied bilden. So stehen
γάρ,
δέ,
τέ an vierter Stelle z. B. Cho.749
τὸ
μὴ
φρονοῦν
γάρ, unten 204
τὸ
μὴ
μάταιον
δ', Eum. 291
ἐς
τὸ
πᾶν
τε, an fünfter Stelle unten 118
τοιαῦτα
πάθεα
μέλεα
θρεομένα
δέ, an sechster Stelle Soph. Phil. 1451
καιρὸς
καὶ
πλοῦς
ὅδ᾽
ἐπείγει
γὰρ
κατὰ
πρύμνην. —
ἀσεβῆ: Schol.
ὃν
οὐ
σέβομεν
ἡμεῖς
οὐδὲ
τιμῶμεν, vielmehr gottlos, weil erzwungen nach 233. — Phot. Lex.
ὀνοταζομένη
ἐκφαυλιζομένη.
Ἴων
μεγάλῳ
δράματι, Hesych.
ὀνοτάζων·
ὑβρίζων,
ἐκφαυ-
λίζων. Das Wort gehört der Ias an.
11-12.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-10
Leiter des Plans und Ge- leiter der Schar (
τῆς
συστάσεως
ἡμῶν
ἄρχων Schol.).
στάσις von der Schar des Chors auch Cho. 456, Eum.311. —
πεσσονομεῖν, die Steine auf dem Spielbrett umsetzen und ordnen, geht in den einfachen Be- griff,, erwägen" über, vgl. ẞovxo-
λεῖν
ἵππους,
νέκταρ
ἐοινοχόει. Schol.
ὑπὲρ
τούτων
λογιζόμενος.
13.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-11
Das Ergebnis langen Nach- denkens war, daß er sich für die Flucht als das Ehrenhafteste unter dem Schlimmen entschied.
κύδιστ'
ἀχέων entspricht dem Homerischen
κακῶν
δέ
κε
φέρτατον
εἴη (
Ρ 105). Vgl. 1080. Hesych.
κύδιον·
κρεῖττον,
αἱρετώτερον.
14.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-12
ἀνέδην, ungehemmt, zügel- los,
ἀνειμένως.
δύναται
δὲ
ἀπὸ
τῶν
ἵππων
μετάγεσθαι,
οἷς
ἂν
αἱ
ἡνίαι
ἀνεθῶσι Bekk. Anecd. I p. 400, nicht
κατὰ
στέρησιν
τοῦ
ἔσαι
ὅ
ἐστι
ἱδρῦσαι,
ἀναστάτους
γενομένας He- sych. oder
ἄνευ
ἕδους Etym.
Μ. p. 103, 10.
15.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-13
Vgl.
κέλσειν
ἐς
Αργος 333, Eur. Rhes. 934
Τροίας . .
ἄστυ
μὴ
κέλσαι.
16.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-14
εὐχόμενον
τετελέσθαι (80 Schütz für
τετέλεσται)
ἐξ
ἐπαφῆς
κτε., welches sich rühmt durch die Berührung der bremsengescheuchten Kuh (lo) und durch den Anhauch derselben vonseiten des Zeus ge- weiht zu sein (von
τελεῖν weihen, vgl.
τέλος 1043).
Ζυ
οἰστροδόνου vgl. 312,
οιστροδόνητον
Ιώ 582,
τῆς
οἰστροδινήτου
κόρης Prom. 614,
βόες
ὣς
ἀγελαῖαι
τὰς
μέν
τ'
αἰόλος
οἶστρος
ἐφορμηθεὶς
ἐδόνησεν Hom.
χ 299. Hesych.
ἐξ
ἐπαφῆς·
ἐκ
ψηλαφήσεως. Das Wort
επαφή ist wegen des Namens
Επαφος (318) gewählt Mit
ἐπίπνοια (Liebe atmen vgl.
Αg. 1205
ἀλλ᾽
ἦν
παλαιστὴς
κάρτ᾽
ἐμοὶ
πνέων
χάριν (sagt Kasandra von Apollon) und das lakedämo- nische
εἰσπνήλας vom Liebhaber (Theokr. XII 13) und
εἰσπνεῖν s. V.2.
ἐρᾶν nach Aelian V. H. III 12.
21-22.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-15
ἐγχειριδίοις ist wohl als Substantiv zu betrachten: mit diesen Handhaben für Schutz- flehende, den wollebekränzten Zweigen“. Vgl.
Εum. 43
ἐλαίας
ὑψιγέννητον
κλάδον
λήνει
μεγίστῳ
σωφρόνως
ἐστεμμένον,
ἀργῆτι
μαλλῷ.
23.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-16
ὧν, als ob
Αργείους für
Αργους
γαῖαν vorherginge. — Bei
λευκὸν
ὕδωρ denkt man zunächst an den Inachos. Vgl. Hom.
ε 70
κρῆναι..
ῥέον
ὕδατι
λευκῷ, Eur. Herakl. 573
Δίρκης
νᾶμα
λευκόν. Dieses Epitheton unterscheidet das Flußwasser vom Meerwasser, welches mit
κυάνεος,
πορφύρεος,
πολιός bezeichnet wird. - Vgl. Verg. Aen. VIII 136 geniumque loci primam- que deorum Tellurem Nymphasque et adhuc ignota precatur flumina.
24.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-17
Ζη
ὕπατοι
θεοί gehört das vorhergehende v nicht mehr. -
βαρύτιμοι: Schol.
οἱ
βαρέως
τινύ-
μενοι
καταχθόνιοι
θεοί. Dann wäre etwa an die Erinyen zu denken. Aber
θήκας
κατέχοντες weist auf Heroen hin, welche ihre Grab- stätten im Lande haben wie Ödipus in Attika (vgl. Soph. O. K. 1763
θήκην
ἱερὰν
ἣν
κεῖνος
ἔχει), die Indigetes der Römer. Deshalb will Hermann
βαθύτιμοι schreiben. Allein
βαρύτιμοι scheint die ehr- furchtsvolle Scheu vor diesen heiligen Stätten zu bezeichnen. Sehr ansprechend aber ist die Änderung von Enger
βαρυτίμους, womit nxas das ihm zukommende Epitheton erhält.
26.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-18
τρίτος: Schol.
ὁ
τριτοσπονδος
ἢ
ὁ
τρίτος
τῶν
εἰρημένων.
εἶπεν
γάρ,
ὕπατοι
θεοὶ
καὶ
χθόνιοι
καὶ
Ζεὺς
σωτὴρ
τρίτος. Beides ist richtig. Wie
σωτήρ zeigt, ist zu- nächst an den
τριτόσπονδος zu denken; denn dem
Ζεύς
σωτήρ Iwurde bei dem Mahle nach dem olympischen Zeus oder den oberen Göttern und den Heroen die dritte Spende gebracht. Vgl. Schol. Pind. Isthm. VI 10
τὸν
μὲν
γὰρ
πρῶτον (
κρατῆρα)
Διὸς
Ολυμπίου
ἐκίρνασαν,
τὸν
δὲ
δεύτερον
ἡρώων,
τὸν
δὲ
τρίτον
Διὸς
σωτῆρος,
καθὰ
καὶ
Αἰσχύλος
ἐν
Επιγόνοις (Fragm. 55). Als
τριτόσπονδος ist er auch an die dritte Stelle gesetzt.
27.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-19
δέξαιτο, auf das letzte und wichtigste Subjekt bezogen. An die Stelle des Optativs tritt nach- her der Imperativ
πέμψατε (33).
28.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-20
θηλυγενῆ dichterisch für
θῆλυν.
αἰδέσιμον
πνεῦμα
χώρας ist die rücksichtsvolle Neigung und des der erbarmungsvolle Sinn Landes (vgl. zu 198).
πνεῦμα steht also ähnlich wie
ἐπίπνοια 17. Die Götter sollen dem Lande diesen Sinn einflößen. 291.
ἀρσενοπληθῆ
ἑσμόν (Herren- schwarm") wie
γυναικοπληθὴς
ὅμιλος Pers. 126, poetische Fülle des Ausdrucks. Das verächtliche Wort ouós ist bezeichnend für die zügellose Menge. Phot.
ἐσμός·
πληθύς,
ὄχλος,
κυρίως
τῶν
μελισσῶν.
Αἰγυπτογενῆ von den Söhnen des Ägyptos. Vgl. 824 f.
31.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-21
ἀσώδει, Schol.
ψαμμώδει. Hesych.
ἀσώδης·
ἀμμώδης.
32.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-22
Hermann u. a. verbinden §vv
ὄχῳ
ταχυήρει mit
θεῖναι, damit der mit dem Parömiakos erfolgende Ab- schluß des anapästischen Systems mit einem wenn auch schwächeren Absatz des Gedankens zusammen- falle. Aber vgl. V. 4. Daß der Sinn die Verbindung mit
πέμψατε fordert, zeigt auch V. 859. Mit
ὄχῳ
ταχυήρει vgl.
λινόπτερα
ναυτίλων
ὀχήματα Prom. 484.
33.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-23
πόντονδε episch. -
ἔνθα steht sonst bei den Tragikern relativisch. - Da
ἀνταν sowohl den Dativ wie den Gen. regieren kann, ist die Verbindung unsicher. Der Schol. macht von
ἀντήσαντες die Dative
λαίλαπι ..
ανέμοις abhängig, Enger den Gen.
ἀγρίας
ἁλός, indem er die Dative mit
ἀγρίας verbindet. Da bei Poovt die Konjunktion fehlt, verbinden andere
λαίλαπι mit
ὄλοιντο, die übrigen Dative mit
ἀντήσαντες. Da aber
ἄνεμοι
ἁλός kein geeigneter Ausdruck ist, so empfiehlt sich die Konstruktion
λαίλαπι
όλοιντο,
ἀντήσαντες
αλὸς
βροντῇ . .
ἀνέμοις
ἀγρίας. Mit
λαῖλαψ
χειμωνοτύπος vgl. Hom. 4 305
ὡς
ὁπότε
νέφεα
Ζέφυρος
στυφελίξῃ
ἀργεστᾶο
νότοιο (d. i. die vom Süd herangejagten Wolken),
βαθείῃ
λαίλαπι
τύπτων (peitschend). Hier schlägt beim Orkane der Sturm das Schiff. Vgl. Ag. 660
αἳ
δὲ
κεροτυπούμεναι
βία
χειμωνι
τυφῶ
σὺν
ζάλῃ
τ᾽
ὀμβροκτύπῳ. Mit
ἀγρίας vgl.
νὺξ
πολλὸν
ἦν
ἔτι
ἀγριωτέρη Herod. VIII 13, wo der Sturm vor der Seeschlacht beim Vorgebirge Artemision geschildert wird.
37.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-24
ὧν
θέμις
εἴργει (
αὐτούς): der gleiche Grund, aus welchem V. 9 die Ehe als gottlos bezeichnet wird, er- gibt sich hier aus
ἀεκόντων. —
σφετε
ριξάμενοι: die dorische Form wie
θρί-
αξεν Cho. 954. Die Formen
ὠνόμαξεν Ag. 686,
σεβίξω ebd. 776 sind sehr unsicher. Hesych.
σφετεριζόμενος·
ὑφαιρούμενος,
ιδιοποιούμενος.
πατραδέλφεια (Nachkommenschaft des Oheims) nur hier. Hesych.
πατράδελφος·
θεῖος
πρὸς
πατρός.
ἀεκόντων (
λέκτρων) ist von der Person übertragen. Die nicht kon- trahierte Form in Anapästen wie Soph. Trach. 1263
ἀεκούσιον
ἔργον.
λέκτρων
ἐπιβῆναι nach dem Homerischen
ἐπιβήμεναι
εὐνῆς.
40-117.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-25
zweiter Teil der Pa- rodos:,,Jetzt den Epaphos, den Sprößling des Zeus, da anrufend, WO vorzeiten die Ahnmutter Io weidete, werde ich von meiner Abstammung den Bewohnern des Landes sichere Beweise geben. Ich fürchte aber und daher weine und klage ich wie die Nachtigall, welche um den Verlust ihres früheren Daseins (in Menschen- gestalt) und um den Tod ihres Sohnes weint -, es möchten die Freunde in Argos meine Bitte um Schutz abweisen. Wohlan denn, Götter meines Stammes, verhelft ihr mir zu meinem Rechte, wenn nicht aus Rücksicht auf mich, so doch aus Haß gegen den Übermut der Vettern, wenn sie mich von eurem Altare reißen wollen. Auch im Kriege finden die Besiegten Schutz an den Altären der Götter. Meinem Gotte gebe ich ganz und gar mich hin. Seine Ratschlüsse sind unerforschlich; aber sein Wille geschieht unfehlbar. Ein Licht ist er in der Finsternis des Unglücks, dagegen stürzt er die Frevler herab von dem hohen Turm des Glücks in seiner Allmacht, in welcher er seine Gedanken sofort zur Tat macht ohne sich vom Sitze zu rühren. Möge er herabblicken auf den menschlichen Übermut, welcher von rasender Leidenschaft sich zu allem Frevel fortreißen läßt, wenn dieser auch zum Verderben führen mu.
40.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-26
ἐπικεκλομένα: diese epische Form findet sich auch Soph. O. T. 159 und zwar gleichfalls zu Beginn eines Gebetes:
πρῶτά
σε
κεκλόμενος,
θύγατερ
Διός. Außerdem kommt unten 599
κεκλοίμαν vor. Nach einem längeren Zwischensatz wird
ἐπικεκλομένα mit
ἐπιλεξαμένα (49) wieder aufgenommen, wenn auch mit relativer statt demonstrativer Anknüpfung (
τοῦτον
οὖν
ἐπιλεξα-
μένη), und erhält in
ἐπιδείξω das verb. finitum.