Sophocles Electra 563

ed. Lewis Campbell

Current edition Experimental

Greek (Lewis Campbell, 1879) (OCR draft) (Greek) (Greek (Lewis Campbell, 1879))

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Editions (1)
Greek (F. Storr, 1912) (OCR draft) Experimental (Greek (F. Storr, 1912)) — 516-822 focus
Translations (2)
German (J. J. C. Donner, 1875; OCR review) (OCR draft) Experimental (German (J. J. C. Donner, 1875; OCR review)) — 558 focus
Wohlan, so red' ich. Du bekennst des Vaters Mord.
Wo gibt's ein grauenvoll'res Wort, als dieses ist,
Du möchtest Recht thun oder nicht? Doch sag' ich dir,
Es war ein Unrecht, dieser Mord! Dich hat verlockt,
545
Beschwazt der Frevler, dem du jezt als Weib gehörst.
Frag' Artemis, die Jägerin, um welche Schuld
Sie zürnend aller Winde Macht in Aulis band.
Nein, sag' ich's selbst; denn sie zu fragen ziemt sich nicht.
Mein Vater (also ward mir kund) erging sich einst
550
Im Hain der Göttin und erjagt' in raschem Lauf
Den bunten hochgehörnten Hirsch, und als er ihn
Erlegt, entfiel ihm prahlerisch ein stolzes Wort.
Drob zürnte Leto's Tochter ihm und hielt zurück 1
Das Heer Achäa's, bis der Vater als Ersaz
555
Des Wildes ihr die eigne Tochter opferte.
So wurde sie das Opfer; Nichts vermochte sonst
Heimwärts das Heer zu fördern oder Troja zu.
Hiefür, nach vielem Sträuben und gezwungen, gab
Er sie zum Opfer, aber für Menelaos nicht.
560
Doch wenn er denn nun red' ich auch in deinem Sinn -
Um ihm zu helfen, solches that: verdient' er wohl
Deßhalb den Tod von deiner Hand? Nach welchem Recht?
Bedenke, wenn du dies Gesez den Menschen gibst,
Ob du dir selbst nicht herbes Leid und Reue schaffst.
565
Denn wenn der Mord des Einen büßt des Andern Mord,
Stirbst du zuerst wohl, wenn es nach dem Rechte geht.
Doch siehe nur: welch eitlen Vorwand schaffst du dir!
Denn sage, (wenn es dir gefällt) warum du jezt
Der grauenvollsten Thaten dich erkühnen magst,
570
Du, die des Mörders Lager theilt, mit welchem du
Verbunden meinen Vater mir vordem erschlugst,
Mit dem du Kinder zeugest, und die ächten, einst 2
Aus ächter Eh' entspross'nen, ausgetrieben hast.
Wie könnt' ich dieses loben? Oder wirst du hier
575
Auch sagen, daß du Rache für die Tochter nahmst?
Schmach, es nur zu sagen! Denn nie ziemt es sich,
Der Tochter wegen einem Feind sich anzutrau'n.
Doch dich zurechtzuweisen ist mir nicht vergönnt;
Denn tausendfältig russt du, daß wir ungescheut
580
Die Mutter lästern; freilich dünkt es mich, du seist
Viel mehr die Herrin, als die Mutter, gegen uns:
In solcher Mühsal leb' ich, so durch deine Schuld
Und deines Buhlen duld' ich stets vielfache Noth.
So schleppt Orestes, deinen Händen kaum entfloh'n,
585
Auswärts in Jammer ein verlor'nes Leben hin,
Er, welchen ich dir, wie du mich schon oft gezieh'n,
Als Rachegeist erziehe: traun, vermöcht' ich das,
Ich thät' es, sei versichert! So verrufe mich
Vor aller Welt denn immerhin als arggesinnt,
590
Als zungenfrech, als ledig alles Schamgefühls.
Denn wenn ich dieser Laster wohlerfahren bin,
Gereich' ich deinem Stamme doch zur Schande nicht.
English (Sir Richard Jebb, 1904) (OCR draft) Experimental (English (Sir Richard Jebb, 1904)) — 516-820 focus

Commentary

Commentary (R. C. Jebb) (OCR draft) (Commentary (R. C. Jebb))

mvp-comment-331-1 κυναγὸν 1

mvp-comment-331-2 ποινὰς 2

mvp-comment-331-3 τὰ πολλὰ πνεύματ’ ἔσχ’ 3 τὰ πολλὰ 4 ἔσχε 5

mvp-comment-331-4 Acc. to Aesch. ( Aesch. Ag. 149 f., Aesch. Ag. 192 ), the Greeks were detained by adverse winds, blowing from the N.E. : and this seems to have been the account given in the Cypria ( c. 776 B.C.), Proclus Chrest. p. 455:

ἐπέσχεν αὐτοὺς τοῦ πλοῦ χειμῶνας ἐπιπέμπουσα
. But other authorities speak of a calm. Thus I. A. 9 ff.
οὔκουν φθόγγος γ’ οὔτ’ ὀρνίθων
|
οὔτε θαλάσσης· σιγαὶ δ’ ἀνέμων
|
τόνδε κατ’ Εὔριπον ἔχουσιν
. Schol. Eur. Or. 647
ἐπειράθη τῆς θεοῦ ὀργιζομένης καὶ κατεχούσης τοὺς ἀνέμους
. Tzetzes on Lycophron 183
χολωθεῖσα δ’ ἐπὶ τούτῳ ἡ θεὸς τοὺς ἀνέμους κατέσχεν
. Ovid ( Met. 13. 183 ) combines both versions:
exspectata diu, nulla aut contraria classi | Flamina sunt.

mvp-comment-331-5 It has been objected that vessels provided with oars need not have been detained by a calm. But the ships of the Greek fleet were not light craft. Each carried from 50 to 120 armed men, besides

σκεύη πολεμικά
: and the warriors were also the rowers (cp. Thuc. 1. 10 ). It is intelligible, then, that they should await the aid of wind before attempting the passage of the Aegaean. We must remember, too, the strong and shifting currents in the Euripus (
στονόεντα πορθμόν
, Soph. Ant. 1145 :
παλιρρόχθοις ἐν Αὐλίδος τόποις
, Aesch. Ag. 191 ).

mvp-comment-331-6 We cannot well render:—(1)‘He suffered those tedious winds,’—supplying

ὁ πατήρ
from v. 558. Nor: (2) ‘She directed those tedious winds at Aulis,’—a version which would at least require
ἐπ’ Αὐλίδι
. Cp. Ph. 1119
ἔχε
|
δύσποτμον ἀρὰν ἐπ’ ἄλλοις
.

mvp-comment-331-7 The conjecture πλοῖα 6

mvp-comment-331-8 Αὐλίδι 7

Commentary (Lewis Campbell, 1879) (OCR draft) (Commentary (Lewis Campbell, 1879)) focus

563-564. mvp-comment-252-1 τίνος .. Αὐλίδι] ‘In requital for what' either (1) He endured that mighty wind at Aulis?' or (2) That great tempest fell upon Aulis?' or (3) She directed (ἐπέσχεν) that mighty wind at Aulis? It may be objected to (1), that if Agamemnon is the subject of ἔσχε, the words πατὴρ οὐμός in 566 are unnecessary. For (3) requiring ἔσχεν to be equivalent to ἐπέσχεν, see Essay on L. § 55. p. 101, 4, and L. and S., s. v. ἔχω, Α. ii. 7, and cp. Il. 14. 57, οἱ δ᾽ ἐπὶ νηυσὶ θοῇσι μάχην ἀλίαστον ἔχουσιν: 11.271, (εἰλειθυῖαι) πικρὰς ὠδῖνας ἔχουσai.