Sophocles Oedipus Tyrannus 1249

ed. Lewis Campbell

γοᾶτο δ᾽ εὐνάς, ἔνθα δύστηνος διπλοῦς

Oedipus Tyrannus. Sophocles. ed. Lewis Campbell. Oxford. 1879.

Current edition Experimental

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Editions (1)
Greek (F. Storr, 1912) (OCR draft) Experimental (Greek (F. Storr, 1912)) — 1223-1312 focus
Translations (2)
German (J. J. C. Donner, 1875; OCR review) (OCR draft) Experimental (German (J. J. C. Donner, 1875; OCR review)) — 1237 focus
Sie starb von eignen Händen. Doch das Schmerzlichste
Der That entging euch; denn der Anblick mangelt euch.
So viel indeß mir haftet im Gedächtnisse,
Vernehmt vom lezten Leidenskampf der Armen dort.
Denn als in wildem Schmerze sie hineingelangt
1215
Zur Halle, stürmt sie sonder Rast in's Brautgemach,
Und rauft mit beiden Händen sich die Locken aus.
Dann warf sie drinnen hinter sich die Thüre zu,
Und rief dem längst entschlaf'nen Laïos, eingedenk
Der alten Ehe, deren Sprößling ihn erschlug,
1220
Indeß er sie, die Mutter als Erzeugerin
Unsel'ger Kinder hinterließ dem eignen Sohn.
Sie flucht dem Lager, wo sie (zwiefach herbe Schmach!)
Den Mann vom Manne, Kinder sich vom Kind gebar.
Doch wie sie dann geendet, weiß ich weiter nicht.
1225
Denn schreiend kam jezt Dedipus hereingestürzt,
Was uns den Ausgang ihres Leids zu schau'n verwehrt:
Auf ihn allein, der wild umherlief, blickten wir.
Denn stürmend bat er um ein Schwert und fragte, wo
Die Gattin, ach! nicht Gattin, wo die Mutter sei,
1230
Aus deren Schooße sein Geschlecht und er entsproß.
Und wie er tobte, zeigt' ein Gott den Weg ihm an:
Kein Mann ja, der ihm nahe stand, vermochte dies.
Mit grausem Heulen sprang er los auf's Doppelthor,
Geführt von unsichtbarer Hand; vom Grunde bog
1235
Er aus der hohlen Schlösser Band und stürzt hinein
Zum Brautgemache, wo wir hängen sah'n die Frau,
Geknüpft an's hochgewundne Seil. Doch als er so
Sie sah, der Arme, brüllt er gräßlich auf und läßt
Die Schlinge nieder. Wie die Jammervolle nun
1240
Dalag am Boden, gräßlich war's, was hier geschah.
Denn goldgetriebne Spangen, die vordem zum Schmuck 1
Ihr dienten, riß er aus der Frau Gewanden los,
Erhob sie, traf der Augen beide Kreise sich,
Und rief das Wort: sie sollten, weil sie nicht geseh'n,
1245
Was er geduldet Grauses; noch was er gethan,
Hinfort in Nacht schau'n, die zu schau'n ihm Sünde war,
Und die er kennen möchte, nicht erkennen mehr!
Und also fluchend hob er oft, nicht Einmal nur,
Die Wimpern hoch und traf sich, und die blutigen
1250
Augäpfel nezten roth die Wang' und sandten nicht
Des Blutes Naß in Tropfen, nein, zugleich ergoß
Ein Regen sich in blutig schwarzem Strom herab.
So brach das Unheil über Zwei vereint herein;
Verstrickt in Eines Leides Fall ward Mann und Weib.
1255
Wohl war in frühern Tagen noch das alte Glück
Ein Glück in Wahrheit; aber nun, an diesem Tag,
Blüht Jammer, Elend, Schande, Tod; von allem Leid,
English (Sir Richard Jebb, 1904) (OCR draft) Experimental (English (Sir Richard Jebb, 1904)) — 1223-1312 focus

Commentary

Commentary (R. C. Jebb) (OCR draft) (Commentary (R. C. Jebb))

mvp-comment-769-1 γοᾶτο 1

mvp-comment-769-2 διπλοῦς 2

Commentary (Lewis Campbell, 1879) (OCR draft) (Commentary (Lewis Campbell, 1879)) focus

1249. mvp-comment-708-1 The construction is changed, and τέκοι substituted for another verb, i. e. διπλοῦς ἄνδρας σχοίη, ἄνδρα ἐξ ἀνδρὸς τεκοῦσα καὶ τέκνα ἐκ τέκνου.

1249. mvp-comment-708-2 γοᾶτο The augment is dropt Epicè, as in O. C. 1624, with a consonant preceding.