Euripides Iphigenia in Aulis 801-1035

Edward P. Coleridge (Translator)

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Iphigenia in Aulis. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1891.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

Iphigenia at Aulis (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.))

Editions (1)
Ἰφιγένεια ἐν Αὐλίδι Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. III. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1920-1978)) — 801-1035 focus
Translations (2)
Iphigenia in Aulis (OCR draft) Experimental (Iphigenia in Aulis. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

No corresponding passage available

German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 801 focus
Wo sind' ich ihn, der Argos' Heeren hier gebeut?
Wer seiner Diener sagt ihm an, daß, suchend ihn,
Der Sohn des Peleus, daß Achilleus weil' am Thor?
Nicht gleichen Sinnes harren wir an Euripos' Strand.
Denn Viele, nicht gebunden durch der Ehe Band,
795
Verließen dde Wand' und sizen müßig hier
Am Ufer; Andre haben ihr Gemahl daheim
Und Kinder: solch ein großer Kriegesdrang befiel 1
Nach diesem Heerzug Alle, nicht ohn' einen Gott.
Was ich für recht erkenne, sag' ich also wohl;
800
Ein Andrer, hat er's nothig, rede selbst für sich.
Peleus verließ ich und Pharsalos' Land, und muß
Am Strand Euripos' harren hier bei schwachem Wind,
Die Myrmidonen haltend, die mich immerdar
Besturmend fragen: „was, Achilleus, zögern wir?
805
Wie lange wåhrt's noch, bis wir ziehn nach Ilion?
Thu, was du thun willst, oder führ' heimwärts das Heer,
Und warte nicht mehr, zaudern Atreus' Sohne noch."
Seltsam! Warum entfliehst du? Gib zu glücklichem
Beginn des neuen Bundes dein' in meine Hand.
Edler Fremdling, Aeakide, bleibe noch! Dich red' ich an,
845
Den der Göttin Schooß geboren, und, o Leda's Tochter, dich.
Ohn' Errothen dir zu Füßen fall' ich, eine Sterbliche,
890
Dir, dem Språßling einer Göttin. Doch worauf denn troz' ich auch?
Und wofür wohl könnt' ich mehr mich, als um eine Tochter, muhn?
Rette denn, du Sohn der Göttin, mich in meinem Leid und sie,
Die noch eben deine Braut hieß, zwar mit Unrecht; aber doch
Hab' ich sie für dich bekränzt, als deine Braut hiehergeführt;
895
Nun als Opfer bring' ich sie zum Tode. Schmach kommt über dich,
Wenn du sie nicht rettest. Wird sie nicht als Gattin dir vereint,
Wardst du doch der armen Jungfrau süßer Bräutigam genannt.
Bei dem Kinn, bei dieser Rechten, bei der Mutter fleh' ich dir;
Uns verdarb dein Name, dieser werde nun auch unser Schuz!
900
Kein Altar, in dessen Hut ich fliehen könnt', als dieses Knie,
Auch kein Freund ist uns zur Seite. Meines Gatten grausames 5
Unterfangen ward dir kund; ich stehe, wie du siehst, ein Weib,
Unter meisterlosen Banden, die zu båsen Thaten frech,
Wacker sind, sobald ſie mögen. Breitest du kühn deinen Arm
905
Ueber mich, sind wir gerettet; ohne dich verderben wir.
Hart sind die Weh'n der Mütter; doch der Liebe Reiz
Treibt alle mächtig, daß sie gern um's Kind sich muhn.
Ich wår' in Argos' Heere wohl der feigste Mensch,
Ich wåre Nichts und Menelaos hieß ein Mann,
935
Mich hatt' ein Unheilsdamon, nicht Pcleus, gezeugt,
Wollt' ich zum Mord dem König meinen Namen leihn.
Bei Jenem, der in feuchtem Wellengrunde wohnt,
Nereus, der Thetis Vater, welche mich gebar,
Anrühren soll Agamemnon deine Tochter nicht,
940
Nicht ihr Gewand mit seines Fingers Spize nur;
Sonst hicße Sipylos eine Stadt, dies Fleckchen im 9
Barbarenlande, wo der Feldherrn Ahn gewohnt,
Und meine Phthia wurde nirgendwo genannt!
Herb soll das Salzschrot werden und die Weiheflut 10
945
Dem Seher Kalchas! Was denn ist ein Seher auch,
Der wenig Wahres unter viel Unwahrem sagt
Im guten Falle? Trifft er fehl, ihm geht es hin.
Nicht dieser Hochzeit wegen (denn nach meiner Hand 11
Sind tausend Jungfraun lustern) hab' ich das gesagt,
950
Nein, weil der Fürst Agamemnon Schmach auf uns gehår
Erbitten mußt' er meinen Namen sich von mir,
Sein Kind hieher zu locken. Wenn die Mutter dann, 12
Sie mir zu geben vom Gemahl sich stimmen ließ,
So gab ich sie für Hellas, wenn nur so die Fahrt
955
Nach Troja möglich wurde; nicht verweigert' ich's
Dem Wohl des Volkes, das mit mir zu Felde zog.
Nun aber bin ich diesen Heergebietern Nichts;
Gleich gilt es ihnen, ob sie recht thun oder schlecht.
Bald soll das Schwert entscheiden, das ich råthen will
960
Mit Blut, des Mordes Flecken, eh's nach Troja kommt,
Wenn deine Tochter Einer mir entreißen will. 13
Doch ruhig! Sichtbar kam ich dir ein starker Gott;
Und bin ich kein Gott, werd' ich doch für dich es sein.
Sprich, soll sie flehend deine Knie' umschlingen? Das
Ziemt nicht für Jungfraun; aber wenn du's also willst,
So wird sie kommen, zuchtig und mit offnem Blick.
Doch, wenn sie nicht kommt, werd' ich auch von dir erhört? 15
985

Notes on the current edition

Iphigenia in Aulis

1. Reading καὶ παῖδας with Musgrave for ἄπαιδες.
2. τῆσδε στρατείας οὐκ ἄνευ θεῶν τινός. Hennig rejects 11. 805-9.
3. Kirchhoff marks a lacuna of three lines after 1. 812 on the authority of one MS.; it is possible, however, that the passage is continuous, and an attempt has been made here to treat it as such.
4. μεμνημένους, so Hermann and Dindorf; if μεμνημένοις be retained from the MSS., the meaning must be when they call their marriage to mind; the latter is preferred by Kirchhoff and Monk.
5. i.e., we may both be right, but at cross purposes. Markland proposes ἐφευδόμεθα, we may both have been deceived in what we say.
6. Reading σώσει, Monk’s correction for ἀν ὤση. Others read ἀνοίσε with Markland, or ὀνήσει with Böckh.
7. Reading with Wecklein εἴπερ ἄλλ᾽ εἰκὸς. Paley retains the old reading εἴπερ ἀλγεινὸν. Hartung gives οὐ γὰρ ἄλογόν ἐστι. Kirchhoff οὐ γὰρ ἀλλ᾽ εἰκὸς.
8. Reading οὐκέτ᾽ αἰδεσθησόμεσθα, a conjecture of Nauck and Hermann’s. Paley regards 11. 900-2 as spurious.
9. Reading πέλας with Markland for MSS. γελᾷ, a conjecture adopted by Hermann and Monk.
10. On the following speech Paley has this remark:
there are very grave reasons for doubting whether the genuine speech of Achilles has not been superseded, either wholly or in part, by the verses of a cunning imitator.
The reasoning throughout is extremely difficult to follow, if indeed possible, and there are numerous exceptional phrases. Dindorf incloses large portions of this speech in brackets, but it is hard to see why he decides one part to be more suspicious than another.
11. Reading φονεύσει with Schäfer.
12. A mountain in Lycia , near which was shown the grave of Tantalus, the ancestor of the Atridae; the town of the same name was swallowed up in very early times by an earthquake.
13. Reading οὐ for ἧ, and regarding μυρίαι—τοὐμὸν as parenthetical, which in the main is the view taken by Nauck and Klotz of this very nnsatisfactory passage. Paley, regarding it as an interpolation, disdains to emend it.
14. i.e., it was my rank, etc., as described by Agamemnon, that carried the day, and, such being the case, I ought to have had some voice in the matter. (Paley.)
15. Porson, whom Monk follows, corrects this passage thus: ὃν, πρὶν εἰσ᾽ Φρύγας | ἐλθεῖν φόνον, κλῖσιν αἵματος χρανῶ, an ingenious but not absolutely necessary emendation.
16. Paley regards 11. 998-1035 as spurious, pointing out much, that, in his opinion, stamps them as the work of a later hand.
17. Reading ἡν for ᾑς, as Paley suggests; Nauck gives ἀνικετεύτως εἶς, to avoid the un-Attic εἰ . . . ᾔς.
18. Reading πείθωμεν.
19. Dindorf marks 11. 1017-23 as spurious;
the only wonder is,
says Paley,
that he tolerated the preceding part.
20. Line 1032 is inclosed in brackets by Nauck.
21. ἔστιν τάδ᾽. So Paley; but others, with Markland, read ἔσται τάδ᾽ i.e., I will do as you say.