Ich trat heraus, nach meinem Gatten umzuspahn,
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Der lange fort ist und das Zelt verlassen hat.
Und drinnen schwimmt in Thränen mein unselig Kind,
Und bricht in tausend Jammerton' abwechselnd aus,
Seitdem sie weiß vom Tode, den der Vater droht.
(Agamemnon tritt auf.)
Doch, den ich eben nannte, sieh', er kommt heran,
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Dieser Agamemnon, der am eignen Kinde so
Unmenschlich frevelt, wie sich bald enthullen wird.
Agamemnon.
Gelegen treff ich außerhalb des Zeltes dich,
O Tochter Leda's, dir ein Wort, dem Mädchen fern,
Zu sagen, das für Braute nicht zu hören ziemt.
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Klytamnestra.
Was ist's, wozu dir gunstig scheint der Augenblick?
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Agamemnon.
Laß unsre Tochter aus dem Zelt mit dem Vater gehn;
Denn wohlbereitet steht ja schon das heilige
Weihwasser, Salzmehl, daß der Sihnungsflamme harrt,
Und Fårsen, welche schwarzes Blut ausdampfen, die
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Vor unserm Brautfest Artemis als Opfer heischt.
Klytamnestra.
Schon lauten deine Worte; doch wie deine That
Ich schon bezeichnend nennen soll, ich weiß es nicht.
(sie ruft in das Zelt hinein.)
Tritt nun heraus, o Tochter, (was der Vater will,
Du weißt es Alles,) und unter deinem Mantel, Kind,
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Bring' auch Orestes, deinen Bruder, mit heraus.
(Iphigenia tritt mit Orestes aus dem Zeltc.)
Sieh, Vater, dir gehorchend steht die Tochter hier.
Das Andre sag' ich alles selbst für mich und sie.
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Agamemnon.
Was weinst du, Tochter, siehest nicht mehr heiter aus,
Und senkst den Blick zur Erde, håltst den Schleier vor?
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Iphigenia.
Ha, wo von meinen Leiden heb' ich, Vater, an?
Anheben kann ich überall, wo mir's beliebt,
Beim lezten und beim mittlern, wie beim ersten Leid.
Agamemnon.
Was gibt es? Wie denn kommt ihr all' auf Eines mir:
Unmuth, Bestürzung, Trauer spricht aus eurem Blick!
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Klytamnestra.
Antworte wahr auf meine Fragen, mein Gemahl.
Agamemnon.
Wozu die Mahnung? Frage nur; ich bin bereit.
Klytamnestra.
Dein Kind und meines wolltest du dem Tode weihn?
Agamemnon.
Unselig Wort! Du ahnest, was du nicht gesollt.
Sei ruhig,
Klytamnestra.
Und gib zuerst auf jene Frage mir Bescheid.
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Agamemnon.
Sobald du ziemend fragst, vernimmst du Ziemendes.
Klytamnestra.
Nicht anders frag' ich, rede du nicht anders mir.
Agamemnon.
Erhabne Schicksalsmåchte, du, mein båser Geist!
Klytamnestra.
Auch mein, auch ihr Geist! Drei Verlorne theilen ihn.
Agamemnon.
Wem that ich Leides?
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Klytamnestra.
Wissen willst du das von mir?
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Du, kaum so schlau noch, zeigst dich hier nicht eben schlau.
Agamemnon.
Ich bin verloren! Mein Geheimniß ist entdeckt!
Klytamnestra.
Wohl weiß ich, hort' ich Alles, was du mir bestimmst.
Dies Schweigen selbst und deine vielen Seufzer sind
Der Schuld Bekenntniß. Muhe dich mit Worten nicht.
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Agamemnon.
Sieh doch, ich schweige; fug' ich doch Schamlosigkeit
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Durch Lügenreden nimmermehr zu meiner Noth!
Klytamnestra.
Iphigenia in Aulis. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .