Euripides Bacchae 64-169

ed. Gilbert Murray

View: By Card

Bacchae. Euripides. ed. Gilbert Murray. Oxford. 1913.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

Βάκχαι (Greek) (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. III. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1920-1978))

Translations (3)
The Bacchae Perseus (Euripides. The Tragedies of Euripides. Vol. I. Buckley, Theodore Alois, translator. London: Henry G. Bohn, 1850. (Modernized by Perseus.)) — 64-165 focus
The Bacchae (OCR draft) Experimental (The Bacchae. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

No corresponding passage available

German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 64 focus
Von dem asischen Land
(ab.)
Und von dir, heiliger Berg Tmolos, entschwang ich mich daher 1
65
Zu der leichtfertigen Arbeit, zu dem anmuthigen Werk,
Singe den Gott Bromios, jauchz' ihm laut.
Wer weilt auf dem Pfad? Wer in den Wohnungen? Er entweiche, 2
Und zu Worten der Weihe heilige Jeder den Mund!
Denn nach dem Brauch seier' ich ihn hoch im Gesang, den
70
Bromios.
Erste Strophe.
Seliger, der, ein Götterfreund,
In den Weihn der Unsterblichen heimisch, das Leben rein
Der im Gebirg' umher
bewahrt,
Göttlichem Sühnefest aufjubelnd, die Seele heiligt,
Und der Kybele, der erhabenen, sich, der Allmutter, geweiht hat,
75
Und emporschwingend den Thyrsos, mit dem Epheu sich das
Zu verherrlichen Dionysos!
Haupt kränzt,
Eilt hinauf ihr, Bacchen, hinauf, ihr, die des Gottes Sohn, den Gott
Dionysos, von den Berghöhen der Phrygier in die weit-
räumigen, volkwimmelnden Gassen von Hellas führten, den
80
Gott,
Erste Gegenstrophe.
Welcher voreinst im Schmerzenskampf,
In den Wehn qualvoller Geburt, vor Kronions fliegendem
Sich von dem Busen der
Strahl
Zeugerin loswand, die Zeus' Donnergeschoß entseelte;
Ungesäumt nahm der Kronid' ihn von der Ruhstatt der
85
Entbundenen,
Und verbarg ihn in der Hüfte, von den Goldspangen umschlossen,
Vor der rachsüchtigen Hera.
Doch sobald die Lebensgöttin reift den stiergehörnten Gott,
Da gebar Zeus; und er wand ihm um die Stirn Schlangen, den Raub,
Den die Manad' hascht und in wallende Locken jubelnd sich flicht. 3
90
Zweite Strophe.
Semele's Mutter, Thebå, grin' in des Epheus Kranze,
Grune, grûn' in dem frischen, blühenden Bohnenlaube,
Stürm' in des Bacchos Jubel in den Zweigen der Tann' und Eiche!
Hüllt der fleckigen Hindin Fell um weißwolliges zartes
Gewand,
Den muthwilligen Stab heiligem Brauch heiligend; bald hebt sich das Land wirbelnd im Tanze, 4
95
Wann Bromios die Reigen führt auf das Gebirg, 5
Auf das Gebirge, wohin schwärmender Frauen Schaar
Von Webstuhl und Gewebe floh, wahnsinntrunken von Bacchos!
Zweite Gegenstrophe.
Du, der Kureten alter Siz, und o göttliche Grotte
Kreta's, die den Kronion nährte, wo mir die Stierhaut
100
Ründeten die Korybanten mit dem dreifach bebuschten Helme!
Sußem phrygischen Flotenhauch mischten sie sturmischen
Bacchosgesang,
Legten auch in die Hand Rhea's, der Allzeugerin, was süß in das Lied hallt der Månaden.
Die Satyren, die rasenden, erflehten sich's,
Nahmen die Pauke von ihr, die zu dem Reigentanz
105
Der dreijährigen Feier drohnt, der sich freut Dionysos,
Schlußgesang.
Wann er vom flüchtigen Tanz fröhlich herab die Berge
In's Feld sich schwingt, von der heiligen Hülle des Hirsches umwunden, im Flug
Fliehende Böcke verfolgt, sein blutiges Mahl,
Strebend in phrygische Höhen und lydische,
110
Den Chor anführend, der Wonnegott! 6
Wo das Gefilde von Milch und von Wein stromt, und von der Bienen
Nektar strömt, und syrischen Weihrauch duftet; 7
Wo Dionysos, der
Im Hohlstabe des Kienes hochaufflammende Fackel schwingt,
115
Zum Wettlauf, zu Tänzen die Schweifenden erregt,
Und mit Jauchzen emporrust,
Und das glänzende Haar in die Lüfte verstreut.
Zugleich drohnt er laut in den Wonneruf:
Auf, Bacchantinnen, eilt zu des goldentstromenden Tmolos 8
120
Feiert den Gott Dionysos
Pracht!
Bei dumpfhallender Pauken Klang,
Erhebt den beseligenden, begeisternden Gott
Fröhlich in Lauten und Weisen der Phrygier,
Wann süßer Flåtenhauch heilig zum heiligen
125
Jubel ertont, führend den Chor, der in's Gebirge wallt;
Jauchzend sofort, wie das Füllen, gesellt zu der weidenden
Mutter,
Hebt den geflügelten Fuß und tanzt die Bacchantin.
Teiresias; spåter Kadmos.