Euripides Bacchae 1024-1150

T. A. Buckley (Translator)

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Bacchae. Euripides. T. A. Buckley (Translator). London. 1850.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

The Bacchae (English) (Euripides. The Tragedies of Euripides. Vol. I. Buckley, Theodore Alois, translator. London: Henry G. Bohn, 1850. (Modernized by Perseus.))

Editions (1)
Βάκχαι Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. III. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1920-1978)) — 1024-1152 focus
Translations (2)
The Bacchae (OCR draft) Experimental (The Bacchae. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 1024 focus
O Haus, in Hellas glucklich einst, das grundete
Der Greis von Sidon, der das erdgeborene 1
Geschlecht des Drachen ausgesåt in Theberland,
920
Wie jammert dein mich! Zwar bin ich ein Sclave; doch
Der Herren Leid ist wackern Sclaven eignes Leid.
Nachdem wir dieses Theberlandes Wohnungen
Verlassend, über Asopos' Flut hinausgewallt;
Nun auf Kitharons hohen Fels gelangten wir,
Pentheus und ich (ich folgte meinem Herrn) und dann
940
Der Fremdling, der zu den Festen uns geleitete.
Zuerst ein grünbewachsnes Thal erblickten wir,
Den Tritt der Füße bergend, und der Zunge Laut
In Schweigen hullend, daß wir såhen ungesehn.
Durchstromt von Wassern, lag das Thal in der Felsen Schooß,
945
Von Fichten überschattet, wo die Bacchen sich
Gelagert, hingegeben anmuthvollem Werk.
Denn jene kränzten wiederum mit laubigem
Epheu den Thyrsos, dem sein Schmuck entfallen war;
Und diese, gleich den Füllen, die dem bunten Joch
950
Entronnen, sangen Bacchos' Lob im Wechsellied.
Pentheus, der ungluckvolle, sah die Frauen nicht,
Und redet' also: Fremdling, wo wir stehen hier,
Vermag mein Auge nicht zu sehn der Frauen Chor; 3
Zum Hügel steig' ich auf der Tann' erhabnes Haupt, 4
955
Dort ungehindert anzusehn der Bacchen Graul.
Da ward ein Wunder meinem Blick: der fremde Mann
Nahm einer Tanne himmelan erhdhten Zweig,
Und nieder bog er, bog er ihn zum schwarzen Grund,
Und krummt' ihn, wie der Bogen, wie des Rades Rund,
960
Gedreht vom Drechseleisen, sanft umschwingt den Lauf.
So bog der Fremdling mit der Hand des Berges Ast
Zur Erd' hinab, vollbringend, was kein Mensch vermag.
Er sezte Pentheus auf der Tanne Zweig sofort,
Und ließ allmåhlig aus der Hand den hohen Stamm
965
Nach oben schweben, daß er ihn nicht schnell' hinab.
Aufrecht zum hohen Aether stieg der Tannenbaum,
Und trug den Herrn auf seinem Rucken hoch empor.
Ihn sah man eher, als er selbst die Bacchen sah;
Denn ohne Shumen macht' ihn kund sein hoher Siz.
970
Den Fremdling aber konnten wir hinfort nicht sehn;
Doch eine Stimme rief herab aus Aethershohn
(Dionysos war es, ahn' ich recht): „Wir bringen ihn,
Der euch und mich, Jungfrauen, der mein heilig Fest
Zu Spott herabgewürdigt; auf, und strafet ihn!"
975
Uud also sprach er, und zugleich auf Himmelshohn
Uud Erde schwang des Feuers heiligen Strahl der Gott.
Stumm schwieg der Aether, schweigend hielt das Wiesenthal
Die Blätter, nirgend hortest du des Wildes Laut.
Doch klar vernahmen jene nicht des Gottes Ruf;
980
Sie standen horchend, hin und her den Blick gewandt.
Und er ermahnte wieder; als den hellen Ruf
Von Bacchios die Tochter Kadmos' wohl erkannt,
Auf sprangen sie mit eilend angestrengtem Lauf,
In schneller Füße raschem Schwung Waldtauben gleich,
985
(Agave, Pentheus' Mutter, und der Schwestern Paar,
Und alle Bacchen,) hupften Waldesstrom' hindurch
Und Felsen, wahnsinntrunken durch des Gottes Hauch;
Und als sie Pentheus auf der Tanne sizen sahn,
Da schwangen sie Feldsteine wider ihn mit Macht, 5
990
Den Fels erklimmend, der sich gegenüber thurmt,
Und Tannenåste trafen ihn aus ihrer Hand;
Noch andre sandten durch die Luft den Thyrsosstab,
Zum Siz des Pentheus zielend; doch verfehlten sie:
Auf hohem Baum, von ihrem Eifer unerreicht,
995
Saß hoch der Arme, sonder Hüls und ohne Rath.
Zulezt der Eichen Neste, wie mit Blizeskraft,
Zusammenbrechend, hoben sie dem Tannenbaum,
Als wie mit Hebeln ohne Stahl, die Wurzeln aus.
Doch weil der Arbeit Ende nicht gelingen will,
1000
Beginnt Agave:,, Stellet euch im Kreis umher,
Und faßt den Stamm, Månaden, daß wir dieses Thier,
Das auf den Baum stieg, fangen, und des Gottes Weihn
Er nicht verrathe!" Tausend Hånd' ergriffen da
Und aus dem Grunde rissen sie den Tannenbaum.
1005
Im Gipfel oben saß er, und vom Gipfel fiel
Pentheus zur Erde nieder mit unendlichem
Wehruf: er fühlte, daß sein Ungluck nahe sei.
Da war's die Mutter, die den Opfermord begann,
Und auf den Sohn sich sturzte. Doch er riß vom Haar
1010
Die Binde, daß erkennend ihn die Mutter nicht,
Die grause, morde; dann die Wang' anruhrend, spricht
Er dieses: „Ich bin's, Mutter, bin Pentheus, dein Sohn,
Welchen in Echions Hause du geboren hast.
Erbarme dich mein, o Mutter, ach! ermorde doch
1015
Um seiner Sunde willen nicht den eignen Sohn!"
Agave, schaumend, rollte wild das Aug' umher,
Und dachte nicht mehr, was zu denken ihr geziemt,
Und ward von Bacchos fortgerafft, und hörte nicht.
Mit ihren Hånden faßte sie den linken Arm,
1020
Stemmt' auf des Unheilvollen Leib mit Macht den Fuß,
Und riß ihm ab die Schulter, nicht durch eigne Kraft;
Der Gott verlieh dem Frauenarme die Gewalt.
Die Glieder ihm zerreißend, schafft' am andern Theil
Ino; mit allen Bacchen war Autonoë
1025
Am Werk geschäftig; alle schrien in Einem Laut;
Pentheus, so lang er athmet, stöhnt in dumpsfem Ton,
Die Bacchen jauchzen. Diese da trug einen Arm,
Die samt den Schuhen einen Fuß. Zerrissen ward
Die ganze Seit' ihm; jede warf der anderen,
1030
Blutvoll die Hand, wie Bålle, Pentheus' Glieder zu.
Vereinzelt liegt der Leichnam, theils auf starrenden
Felshöhn, ein Theil in dichtbelaubtem Waldgebüsch,
Nicht leicht zu finden; aber sein unselig Haupt
Ergriff die Mutter mit der Hand, und steckt es hoch
1035
Auf ihren Thyrsos, trågt es, wie des Löwen Haupt,
Des berggebornen, mitten durch Kitharons Höhn,
Zuruck die Schwestern lassend in der Månaden Reihn.
Sie zieht, sich brüstend auf den unheilvollen Fang,
In dieser Mauern Räume, ruft den Bacchos an,
1040
Den Jagdgenossen, welcher siegverleihend ihr
Bei diesem Raub half, der zum Lohn ihr Thränen bringt.
Ich aber will vor diesem Ungemache mich
Entfernen, eh' Agave sich dem Hause naht.
Besonnen Tugend üben und die Götter scheun,
1045
Ist unter allen Gutern, die der Mensch besizt,
Das schönste, mein' ich, und der Weisheit höchster Ruhm.

Notes on the current edition

Bacchae

1. This line is most likely interpolated from Eur. Med. 54
2. The sense of the text here is not clear. The translation (which follows Dodds) assumes that the curved wheel is not a hollow circle connected to the hub by spokes, but a single piece of wood which has been cut into the shape of a circle. In the action described, a peg ( τόρνος) is fixed into the center of the word-section. A string with a piece of chalk on one end is then attached to the peg, and the chalk, held tight against the string, is able to mark out an even circle. The bending of the tree thus resembles the circular path taken by the chalk.