Pentheus, wir thaten diesen Fang, nach welchem du
Uns ausgesendet, waren nicht umsonst bemüht.
Dies Wild, es war uns freundlich, und entzog sich uns
Nicht durch die Flucht; die Hände bot es willig dar,
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Nicht furchtsam; auch die rothe Wang' erblaßte nicht;
Nein, lachend rief es: „Bindet nur und führt mich fort,"
Und blieb und machte selber mein Geschäft mir leicht.
Und ich, beschämt, erwiedert': „Ungern thun wir das,
O Fremdling; Pentheus trug mir's auf, er sendet mich."
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Noch Eins: die Bacchen, die du griffst und fesseltest,
Im öffentlichen Kerker dort in Bande schlugst,
Sind nach den Hohn entsprungen, und ergehn sich frei
Mit Tanz, und rufen Bromios an, den neuen Gott.
Von selber hat sich ihrer Füße Band gelöst,
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Die Pfortenriegel wichen ohne Menschenhand.
Gar viele Wunder bringt er uns in unsre Stadt,
Der Mann, o König; ordne du das Andre nun.
Pentheus.
Ergreift ihn bei den Händen: so gebunden, ist
Er nicht so hurtig, daß er uns entfliehen kann.
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Nun, Freund, du bist nicht håßlich, dein Gesicht gefällt
Den Frauen, die zu verlocken du nach Thebå kamst.
Dein Haar, vom Ringkampf unverwirrt und langgelockt,
Um deine Wangen wallt es, schmachtender Liebe voll.
Auch bist du wohl mit weißgeleckter Haut versehn;
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Denn nicht in Sonnenstrahlen, nein, im Schattengrün
Verfolgst du Kypris' holde Spur mit deinem Reiz.
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Vor allen Dingen sage mir, woher du stammst.
Dionysos.
Nicht hoher Worte braucht es; leicht ist das gesagt.
Vom blumenreichen Tmolos hast du wohl gehört?
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Pentheus.
Gewiß; vom Berg, der Sardes' Mauern rings beherrscht.
Dionysos.
Dorther entstamm' ich; Lydien ist mein Vaterland.
Pentheus.
Von wannen führst du diese Fest' in Hellas ein?
Dionysos.
Der Sohn des Zeus, Dionysos, hat uns eingeweiht.
Pentheus.
Ist dort ein Zeus, der neue Götter uns erzeugt?
400
Dionysos.
Nein; der in Liebe Semele'n sich hier verband.
Pentheus.
Empfingst du träumend oder wachend sein Gebot?
Dionysos.
Er sah mich, ich ihn, und er gab mir seine Weihn.
Pentheus.
Und diese Weihen, welchen Sinn denn haben sie?
Dionysos.
Nicht wissen darf's ein ungeweihter Erdensohn.
405
Pentheus.
Doch welchen Nuzen bringen sie dem Feiernden?
Dionysos.
Nicht hören darfst du's; doch des Wissens ist es werth.
Pentheus.
Geschickt verlarost du dieses, wo ich's horen will.
Dionysos.
Bacchae. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .