Ein schönes Wort!
Pylades.
Bei den Göttern, nein!
Drestes.
Thränen würde sie vergießen.
775
Pylades.
Uns ein schlimmes Zeichen nur.
Orestes.
Besser ist es drum, zu schweigen.
Pylades.
Und an Zeit gewinnst du so.
Orestes.
Kummer macht mir nur das Eine
Welches Neue meinst du da?
Daß mich Götterwuth ergreife.
Pylades.
Gern bin ich dein Pfleger dann.
Orestes.
Låstig ist es, Kranke pflegen.
Pylades.
Nimmer bist du lästig mir.
Drestes.
Hute dich vor meinem Wahnsinn!
780
Orestes.
Diese Furcht sei ferne mir!
780
Und du willst dich nicht bedenken?
Pylades.
Traurig, wollten Freunde das.
Drestes.
Geh denn, Stab auf meinem Wege.
Wonnevoller, süßer Dienst!
Und zu meines Vaters Grabmal führe mich.
Orestes.
Seinen Geist ansleh'n um Rettung.
Pylades.
Was willst du hier?
Wohl geziemt dir's, das zu thun.
Orestes.
Daß ich nur der Mutter Grab nicht sehe!
785
Pylades.
Feindlich war sie dir.
785
Aber eile, daß dich hier nicht überfällt der Bürger Spruch;
Deine Seiten, matt von Krankheit, lehn' an meine Seiten an:
Denn ich werde sonder Scheu dich, unbekummert um das
Volk,
Mitten durch die Stadt geleiten. Wie bewährt' ich Freundessinn,
War' ich bei so schwerem Leide nicht bereit dir beizustehn?
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Orestes.
Dieses nenn' ich Freunde haben, nicht allein Verwandte nur:
Denn der Mann, obwohl ein Fremder, der zusammenstimmt mit uns,
Mehr, wie tausend Anverwandte, gilt dem Freunde sein Besiz.
Strophe.
(Beide ab.)
Chor.
Orestes. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .