Verworren rollt dein Auge, Bruder, wehe mir!
Kaum noch besonnen, fielst du schnell in Wuth zuruck.
Orestes.
Ich flehe, Mutter, reize doch nicht wider mich
Die Schlangenjungfraun mit dem blutroth glüh'nden Blick!
245
Sie sind es, ha, sie springen, nahe mir, empor.
Elektra.
Still harr' in deinem Lager, Unglückseliger;
Denn Nichts erblickst du, was du klar zu sehen wähnst.
Orestes.
Phobos, morden wollen mich die Schrecklichen,
Des Hades Priesterinnen mit dem Hundeblick!
250
Elektra.
Dich lass ich nimmer, schlinge meinen Arm um dich,
Und wehre dir, den jammervollen Sprung zu thun.
Orestes.
Laß ab; du bist mir eine meiner Erinnyen,
Ergreifst mich mitten, schleuderst mich zum Tartaros.
Elektra.
Wo soll ich Hulse suchen, ich Armselige,
255
Nachdem wir aller Götter Haß verschuldeten?
Drestes.
gib Appollons Gabe mir, das hornene
Geschoß, womit er mir gebot die Göttinnen
Zu wehren, schreckten diese mich durch Raserei.
Elektra.
Kann einen Gott verwunden eine Menschenhand?
260
Drestes.
Wohl, wenn er nicht aus meinen Augen sich entfernt.
Vernehmet ihr sie, sehet ihr des treffenden
Geschosses raschbeschwingte Pfeil' auf euch gesandt?
D, 0!
Was zaudert ihr noch långer? Hebt mit Schwingen euch
Zum Aether: klagt den Gottesspruch des Phobos an!
265
Ha!
Was irr' ich um? Mein Athem ringt sich schwer empor!
Wo, wo verirrt' ich aufgejagt vom Lager mich?
Nach Wogendrang erblick' ich wieder stilles Meer.
Orestes. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .