Euripides The Phoenician Women 1485

Edward P. Coleridge (Translator)

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The Phoenician Women. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1891.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

The Phoenician Maidens (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.))

Editions (1)
Φοίνισσαι Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. III. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1920-1978)) — 1485 focus
Translations (2)
The Phoenician Virgins (OCR draft) Experimental (The Phoenician Virgins. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 1485 focus
Nicht mit dem Schleier verhüllend die liebliche Wange, die blühende,
Noch jungfraulich scheuend das purpurne Roth,
Das über die Wange sich ausgießt,
1465
Stürm' ich in wüthendem Schmerz um die Todten daher,
Und das schimmernde, safranfarbne Gewand
Hinwerfend, die Bind' aus dem lockigen Haar
Reißend, geleit' ich mit Seufzen die Leichname.
Ach, ach, o weh mir!
1470
Wohl, Polyneikes, hast du den Namen verdient: (ach,
Theba!)
Dein Zwist, - nein, Mord war es um Mord, - er
Stürzte des Dedipus Haus, und es endete
Blutig und schreckvoll, blutig und grausig.
Welche Gesänge,
1475
Welche melodischen Laute der Klage zu
Thränen, zu Thränen, (o Wohnung, o Wohnung!)
Soll ich erheben,
Hier die verschwisterten Todten geleitend,
Mutter und Söhne, den Raub der Erinnyen,
1480
Welche das Haus umstürzten des Dedipus,
Weil er mit forschendem
Geiste der wüthenden Sphinx unerforschliches
Råthsel gelöst und ermordet die Sängerinn?
weh, Vater, mir!
1485
Welch fremdes, welch griechisches Weib,
Welches vordem edle Geschlecht,
Sterblichem Blut' entsprossen, trug
Solche Bedrängnisse, solch
Sichtbares Leiden, als mein Ruf
1490
Jammernd beklagt? Stimmt, in der Tann'
Oder im Eichengezweig
Sizend, ein Singvogel in mein
Klagendes Lied, trauert mit mir, mutterlos
Trauernder Jungfrau?
1495
Die ich hinfort ewig verwaist
Lebe die zukünftige Zeit,
Einsam in wehklagendem Ton
Trauergesang hebend bei stets
Rinnenden Thränen.
1500
Wen beklag' ich?
Wem zuerst soll ich trauernd
Mein Haupthaar zerraufen, zum Opfer weihn?
Bring' ich den Brüsten der Mutter es dar,
Die mich ernährt einst,
1505
Oder den Brüdern,
Welche das Schwert schmählich entseelt hat?