Euripides The Phoenician Women 1-200

Edward P. Coleridge (Translator)

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The Phoenician Women. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1891.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

The Phoenician Maidens (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.))

Editions (1)
Φοίνισσαι Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. III. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1920-1978)) — 1-201 focus
Translations (2)
The Phoenician Virgins (OCR draft) Experimental (The Phoenician Virgins. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 1 focus
Der durch des Himmels Sterne zieht die helle Bahn, 1 2
1
Und auf des Wagens goldnem Thron mit flüchtigem
Gespanne ringshin Flammen stromt, o Helios,
Wie důstre Strahlen sandtest du an jenem Tag
Auf Thebe nieder, als vom meerumflossenen
5
Phonikerlande Kadmos kam in diese Gaun!
Er freite Kypris Tochter einst, Harmonia,
Und zeugte Polydoros; dem ward Labdakos
Geboren, sagt man; dessen Sohn war Laïos.
Ich bin Mendkeus' Kind genannt, und Kreon ist
10
Mein Bruder, der aus Einer Mutter Schooß entsprang.
Sie nennen mich Jokaste; denn der Vater gab
Mir diesen Namen: mein Gemahl wird Laïos.
Als dieser lange kinderlos mit mir gelebt,
So ging er, fragte Phobos, und erbat zugleich,
15
Mit Söhnen doch zu segnen unser ides Haus.
Der sprach: o du, der rossereichen Thebe Fürst,
Nicht zeuge Kinder; solches wehrt der Götter Schluß.
Denn tödten wird dich, den du zeugst, der eigne Sohn,
Und wandeln wird im Blute dein gesammtes Haus."
20
Doch er, von Wollust übermannt und Bacchos' Wuth,
Zeugt' einen Sohn uns: als das Kind geboren war,
Erkannt er seinen Fehler und des Gottes Spruch,
Und gab den Säugling Hirten, um auf Hera's Au
Ihn auszusezen, auf Kitharons hohem Fels,
25
Nachdem die Knochel ihm durchbohrt der spize Stahl,
Weshalb in Hellas Dedipus sein Name ward.
Hier fanden ihn die Rossehüter des Polybos,
Die heim ihn trugen in den Arm der Königinn.
Sie legte meiner Schmerzen Frucht an ihre Brust,
30
Und rühmt dem Gatten als des Kindes Mutter sich.
Mein Sohn, mit brauner Wange schon zum Mann gereift,
Ging, - war es Ahnung, oder folgt er fremdem Wink
Um auszukunden, welcher Weltern Sohn er sei,
Zu Phobos Hause; gleichen Weg ging Laïos,
35
Mein Gatte, nach dem ausgesezten Sohne dort
zu forschen, ob er lebe noch: so trafen denn
Auf einem Dreiweg beide sich im Phokerland.
Und Laïos Wagenführer rief gebietend ihm:
Fremdling, auf die Seite tritt vor Königen!
40
Doch schweigend schritt er stolz dahin; da rithete
Der Füße Sehnen blutig ihm der Rosse Huf.
Nun (was erzähl' ich Weit'res? Hort das Grause selbst!)
Erschlug der Sohn den Vater, nahm den Wagen, und
Gab ihn dem Pfleger Polybos. Als hierauf die Sphinx
45
Mit Raub die Stadt verheerte, todt war mein Gemahl;
Ließ Bruder Kreon offentlich der Schwester Hand
Zum Lohne dem verheißen, der den Räthselspruch
Der klugen Jungfrau lose. Da trifft Dedipus,
Mein Sohn, (das Schicksal fügt es so) des Spruches Sinn;
50
Worauf er auserkoren als des Landes Herr,
Das Scepter über dieses Volk als Preis empfängt.
Unwissend freit der Arme mich, die Mutter, die
Nicht wußte, daß sie sich gesellt dem eignen Sohn.
Und Kinder geb' ich meinem Kind, zwei männliche,
55
Eteokles und Polyneikes' hochberühmte Kraft,
Zwei Tochter auch, Ismene, die der Vater so
Genannt, die ältere nannt' ich selbst Antigone.
Als Dedipus, der aller Leiden Maaß erschdpft,
Erkannte, daß er mir vermählt, der Mutter, sei;
60
Da trifft er grausam morderisch der Augen Paar,
Und sticht mit goldner Spange sich die Sterne durch.
Doch als sich meiner Söhne Kinn beschattete,
Verschlossen sie den Vater, daß Vergessenheit
Die Schmach bedecke, die so schwer zu bergen war.
65
Er lebt im Hause; doch vom Schicksal schwergebeugt,
Ergießt er grausenvolle Fluch auf seinen Stamm,
Mit Schwertesschärfe theilen soll' er Laïos' Reich.
Voll banger Ahnung, solchen Fluch erfüllt zu sehn
Durch Götterschickung, wohnten sie zusammen hier,
70
Vertragen sich die Brüder, daß der jüngere,
Polyneikes, erst freiwillig meide dieses Land,
Eteokles aber Thebe's Volk ein Jahr hindurch
Beherrsche, dann der andre. Doch Eteokles, izt
Am Staatesruder sizend, weicht vom Throne nicht,
75
Und treibt den Bruder fluchtig aus dem Lande fort.
Der eilt nach Argos, wird Adrastos' Eidam, und
Versammelt viele Schild' um sich aus Argos Volk,
Ruckt auf die sieben Thore dieser Stadt heran,
Und fodert seines Vaters Thron und Theil am Land.
80
Doch ich, den Streit zu schlichten, bat ihn, friedlich hold
Zu nahn dem Bruder, eh' er rührt an seinen Speer.
Er komme, sagt der Bote, den ich ihm gesandt.
Du, der in lichten Himmelshdhen wohnt, o Zeus,
Rett' uns, und meinen Kindern gib Vereinigung!
85
Ja, bist du weise, darfst du nie zulassen, daß
Dieselben Menschen immerdar unselig sei'n.
(ab.)
Reiche der Jungfrau denn, reiche die Greiseshand
Mir von den Stufen her, hilf empor meinem Schritt.
Wer aber schreitet dort vorbei an Zethos' Grab,
145
Mit den Locken, dem furchtbaren Auge,
Noch ein Jungling an Gestalt?
Welch ein Haufe dort in voller Wehr
Nachfolgend ihn umdrängt!
Nun, Tochter, komm in's Haus zurück, und harre hier
In deinem Fraungemache, da du deine Lust
Befriedigt und gesehen, was du dir gewünscht.
195
Der Kriegesaufruhr tobt' heran zur Stadt, und nun
Wallt eine Schaar von Frauen dort zur Königsburg.
Schmahsuchtig ist ja von Natur der Frauen Art;
Und wenn sich ihnen wenig Stoff zum Reden beut,
Sie schaffen immer neuen; nichts Vernünftiges
200
Zu schwazen über einander, das ist ihre Lust.
(Sie gehen ab.) Strophe 1.