Vorwärts, o Tochter, führe mich; dem blinden Fuß
Bist du das Auge, wie der Stern dem Schiffenden.
Auf ebnen Grund hier leite meines Fußes Tritt;
Schwach ist der Vater; schreite vor und strauchle nicht:
825
Bewahre mir in deiner jungfräulichen Hand
Des Vogelfluges Loose, die ich sammelte
Um heiligen Orte, wo sich Gottheit mir enthullt.
Du Sohn des Kreon, Kind Mendkeus, sage mir:
Wie weit entfernt ist noch der Weg von hier zur Stadt,
830
Zu deinem Vater? Meine Knie' ermatteten,
Und nach so langem Wege schreit' ich mühsam fort.
Kreon.
Sei ruhig, schon gelangtest du, Teiresias,
In deiner Freunde Nähe: fass ihn an, mein Sohn;
Denn wie der Wagen, liebt der Fuß des Greises auch
835
Nach Stüzen einer fremden Hand sich umzusehn.
Teiresias.
Da sind wir: was so eilig, Kreon, riefst du mich?
1
Kreon.
Noch nicht vergessen hab' ich's: aber sammle dir
Von neuem Kraft und Athem nach des Weges Mühn.
2
Teiresias.
Matt wanken mir die Kniee, weil ich gestern schon
3
840
Hierher gezogen aus der Erechtheiden Land.
Dort war ein Krieg entglommen mit Eumolpos' Heer,
Worin ich Kekrops' Söhnen edlen Sieg verlieh.
Zum Lohne ward mir, den du siehst, der goldne Kranz;
Vom Raub' erschlagener Feinde sind's die Erstlinge.
845
Kreon.
Ein glucklich Zeichen sei für uns dein Siegeskranz!
Denn heiß umwogt uns, wie du weißt, die Noth vom Speer
Der Danaiden, Thebå ringt in schwerem Kampf.
Eteokles, unser König, zog bereits hinaus
Im Waffenschmucke wider Argos Heeresmacht.
850
Mir hat er ausgegeben, dich zu fragen, Greis,
Was hier zu thun sei, daß wir retten unsre Stadt.
Teiresias.
The Phoenician Women. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .