Weh, wehe! Verlaß dein Haus,
Du mit dem blinden Gesicht,
Zeig' uns, o greiser Vater Dedipus,
1510
Dein unselig Dasein, der du dir
Düstere Nacht um die Augen verbreitetest, und im Palaste
Gramvoll dein Leben schleppst!
Greis, horst du mich, während du im Hof umher
Irrst, und den müden Fuß
1515
Auf dem Lager ausruhst?
Dedipus.
Warum riefest du, Kind, mich, den am Stab
Blindlings umhertappenden, bettlågrigen Greis
Aus des Gemachs Dunkel an's Licht,
Schmerzlichen Grams Thränen vergießend,
1520
Mich, ein ergrautes, unscheinbares Gebild der Luft,
Einen aus Hades' Nacht,
Ein flatterndes Traumbild?
Antigone.
Traurige Kunden, o Vater, vernimmst du:
Nicht leben die Sohne dir mehr, noch
1525
Die Gemahlinn, die dich am Stabe
Stets auf nachtlichem Pfade mit zärtlicher Mühe geleitet:
Vater, o weh mir!
Dedipus.
Wehe mir, schreckliches Loos! Hier gilt es zu klagen, zu jammern.
Wie, trautestes Kind, durch welches Geschick
1530
Schieden die Drei von dem Leben? Erzähle!
Antigone.
The Phoenician Women. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .