Du geh', und diesen gib ein fünfzigrudriges
Sidonerfahrzeug samt der Schaar der Ruderer.
1340
Helena.
Wird der im Schiff gebieten, der das Grab bestellt?
Theoklymenos.
Ja wohl; gehorchen müssen meine Schiffer ihm.
Helena.
Befiehl's noch Einmal, daß sie deutlich dich verstehn.
Theoklymenos.
Noch Einmal, und auch dreimal, wenn es dir gefällt.
Helena.
Heil dir, und mir auch! Glucke, was ich froh begann!
1345
Theoklymenos.
Nicht allzusehr doch hårme dich in Thränen ab!
Helena.
Noch dieser Tag beweist dir meine Dankbarkeit.
Theoklymenos.
Ein eitles Nichts die Todten, bringen Mühe nur.
Helena.
Ich habe hier und unten, die mir theuer sind.
1
Theoklymenos.
Kein schlimmrer Gatte werd' ich als Menelaos sein.
1350
Helena.
Du bist untadlich; nur der Ausgang kümmert mich.
Theoklymenos.
In deiner Hand liegt dieser, schenkst du Liebe mir.
Helena.
Nicht heute lern' ich lieben, die mich lieben, Herr.
Theoklymenos.
Verlangst du, daß ich selbst die Fahrt geleiten soll?
Helena.
Mitnichten; sei nicht deiner Knechte Knecht, o Fürst.
1355
Theoklymenos.
So sei es! Zwar mich kummern Hellas' Brauche nicht.
Denn unentweiht ist unser Haus; Menelaos hat
Nicht hier verhaucht sein Leben. Geh' ein Diener nun,
Und heiße meinen Satrapen Brautgeschenke mir
In meine Wohnung senden; und im ganzen Land
1360
Erschalle seligfroher Sang, der Helena's
Brautfest und meines jubelnd hochverherrliche.
Du gehe, Fremdling, schiff hinaus in tiefes Meer,
Und bringe Dies dem Manne, der ihr Gatte war;
Zurück zur Wohnung eile dann mit meiner Braut,
1365
Damit du heimkehrst, wann du mein Vermählungsfest
Mit mir gefeiert, oder hier im Glücke wohnst.
(geht ab.)
Menelaos.
O Zeus, du heißest Vater und ein weiser Gott;
O blick auf uns hernieder, los aus diesem Leid,
Und hilf des Schicksals lezten schweren Gang bestehn!
1370
Wenn uns die Spize deiner Hand auch nur berührt,
Erreichen wir das Ende, wo wir hingestrebt.
Genug der Kämpfe haben wir bisher gekämpft.
Bezeugt mir, Götter, ihr vernahmt viel Leid von mir
Und Gram; ich soll nicht immer ungluckselig sein;
1375
Nein, last mich aufrecht wandeln! Dieses Eine nur
Gewährt mir huldreich, und ich bin fortan beglückt.
(ab mit Helena und den Ruderern.)
Erste Strophe.
Chor.
Helen. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .