Euripides Iphigenia in Tauris 392-455

ed. Gilbert Murray

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Iphigenia in Tauris. Euripides. ed. Gilbert Murray. Oxford. 1913.

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Current edition Perseus

Ἰφιγένεια ἐν Ταύροις (Greek) (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. II. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1921-1962))

Translations (3)
Iphigenia Among the Tauri Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.)) — 392-455 focus
Iphigenia in Tauris (OCR draft) Experimental (Iphigenia in Tauris. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 392 focus
Blauliches Meer, blauliche, brandende Meeresenge, 1
380
Wo, von der Bremse gestachelt, im Fluge sich 2
Jo zum Eureinosstrudel von Argos herschwang,
Zu des asischen Landes Gauen floh von Europa!
Wer sind die Männer, die dem rohrumgrûnten Strom,
Eurotas' Flut, entschifft
385
Und den heiligen Wassern Dirka's,
Gekommen, gekommen zum grausen Lande, wo die hehre
Jungfrau den Altar 3
Und ihr såulenumringtes Haus
Nezt mit menschlichem Blute?
390
Erste Gegenstrophe.
Trieben sie wohl, rauschende tannene Doppelruder
Schwingend, durch wogende Fluten den schwimmenden
Wagen, (in die Segel bliesen die Winde schwellend,) 4
Um die Wette den Reichthum ihres Hauses zu mehren?
Denn süße Hoffnung ist es, die, den Sterblichen
395
Zum Leid, sich nicht erschöpft;
Aus ziehn sie, das Glück zu gewinnen,
Durchirren die Meere, besuchen fremder Menschen Städte,
Voll thörichten Wahns. 5
Harrst du still auf des Glückes Zeit, 6
400
Ungerufen erscheint es.
Zweite Strophe.
Wie den doppelten Fels hindurch,
Wie drangen sie durch des Phineus 7
Schlafloses Gestade,
In Amphitrite's Wogenreich am Seestrand
405
Mit den Wellen ringend,
(Wo die fünfzig Tochter des Meer =
greises sich mit Gesang
In frohen Reigen ergehn,)
Bei segelschwellendem Hauch,
410
Indeß am Steuer das Ruder,
Unthätig ruhend, erdröhnt,
Während sudlicher Wind
Weht oder Zephyros' Hauch, 8
Und zu dem Eilande der Vogel, 9
415
Zu dem weißen Gestad', an Achilleus',
Des Renners, Bahnen sie trågt,
Nach Eureinos' Gewässern?
Zweite Gegenstrophe.
Daß doch Helena, Leda's Kind,
Auf unserer Herrin Flehen,
420
Vom Lande der Troër
An dieses User kame, damit sie, das Haupthaar
Mit dem blut'gen Thaue
Benezt, stürbe von unserer
Herrin Hånden entseelt,
425
Daß gleiche Strafe sie büßt!
Doch klang' am lieblichsten uns
Die Botschaft, wenn von der Heimat,
Aus Hellas kam' ein Pilot,
Vom mühseligen Leid
430
Der Knechtschaft uns zu befrein.
Konnt' ich die Wohnståtte der Våter, 10
Ihr Land nur im Traume betreten,
Zu schlummern seligen Schlaf,
Den ein Glücklicher schlummert!
435