Euripides Iphigenia in Tauris 342

ed. Gilbert Murray

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Iphigenia in Tauris. Euripides. ed. Gilbert Murray. Oxford. 1913.

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Current edition Perseus

Ἰφιγένεια ἐν Ταύροις (Greek) (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. II. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1921-1962))

Translations (3)
Iphigenia Among the Tauri Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.)) — 342 focus
Iphigenia in Tauris (OCR draft) Experimental (Iphigenia in Tauris. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 342 focus
Wohlan; so geh' und hole mir die Fremdlinge.
330
Was unser Amt uns hier gebeut, vollbringen wir.
Mein armes Herz, du warest immerdar zuvor
Sanftmüthig gegen Fremdling' und erbarmenvoll,
Und brachtest Stammverwandten gern der Thrane Zol,
So oft ein Mann Achia's fiel in deine Hand!
335
Nun, nach dem Traumbild, das mich schreckt' in wilder Angst,
Als weil' Orestes nimmermehr im Sonnenlicht,
Sollt ihr mich grausam finden, wer mir immer naht!
Und ewig wahr bleibt dieses: (ich erfuhr's, o Fraun :) 1
Der, den das Ungluck beugte, pflegt dem Glücklichern,
340
Weil ihn das Glück verlassen, niemals hold zu sein.
Doch nie bis diese Stunde kam ein Wind von Zeus,
Kein Segel, das der Symplegaden Fels hindurch
Hierher die Helena trüge, die mich mordete,
Und den Menelaos, daß ich ihn bestraft' und sie,
345
Daß dieses Aulis lohnte für das dortige,
Wo mich die Danaïden, einer Fårse gleich,
Zum Opfer schleppten; Priester war mein Vater selbst!
Weh! Dieser Leiden bange Zeit vergess ich nie,
Wie oft zu meines Vaters Kinn ich flehentlich
350
Die Hånd' emporwarf, und an seinen Knieen hing,
Und rief: „o Vater, einem unglückseligen
Brautfest entgegen führst du mich; du tödtest mich,
Indessen meine Mutter und Mykene's Fraun
Hochzeitsgesång' anstimmen, und das ganze Haus
355
Erschallt von Flöten; aber uns gibst du den Tod!
So war es Hades, den du mir zum Gatten gibst, 2
Und nicht Achilleus, Thetis' Sohn; zu blutigem
Brautfeste hat mich dein Gespann durch Trug entführt!"
Ich hullt' in zarte Schleier mir das Aug', und nicht
360
Umfing ich meinen Bruder mehr mit diesem Arm, 3
Den nun verblichnen, küßte nicht der Schwester Mund, 4
Aus Scham; zu Peleus' Hause wähnt' ich fortzuziehn, 5
Und viele Zärtlichkeiten schob ich hoffend auf,
Als kehrt' ich einmal wieder heim in Argos' Land.
365
O wenn du starbst, Orestes, ach! von welchem Glanz
Des Vaterhauses schiedest du, von welchem Glück!
Doch unsre Gittin tadl' ich ob des Widersinns,
Sie, die den Mann, der eines Andern Blut vergoß,
Der Leichen anruhrt' oder Neugeborenes,
370
Ausschließt von ihren Tempeln, ihm als Frevler zürnt,
Und selbst der Menschenopfer sich, des Mordes freut.
Nein, nimmermehr hat Leto solchen Unverstand
Erzeugt, Kronions hohe Braut. Ich acht' es auch 6
Als eitle Fabel, jenes Mahl des Tantalos, 7
375
Daß Götter sich an seines Sohnes Fleisch ergözt,
Wie dieses Volk hier, weil es selbst nach Blute giert,
Wohl eigne Schuld auf unsre Gottheit übertrågt;
Denn kein unsterblich Wesen dünkt mich båser Art.
Erste Strophe.