Euripides Electra 1233-1359

ed. Gilbert Murray

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Electra. Euripides. ed. Gilbert Murray. Oxford. 1913.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

Ἠλέκτρα (Greek) (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. II. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1921-1962))

Translations (3)
Electra Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.)) — 1233-1357 focus
Electra (OCR draft) Experimental (Electra. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1852; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 3, Heidelberg: C. F. Winter, 1852. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 1233 focus
Doch über das Dach des Palastes (o seht!)
Dort schweben ja, sind es Dämonen? daher,
Sind's himmlische Gotter? Ein Weg bahnt hier
Sich für Sterbliche nicht! Was treten sie doch
Sichtbar vor die Blicke der Menschen?
1215
Sohn Agamemnons, hore mich: es rufen dir
Der Mutter Brüder beide zu, die Sohne Zeus',
Ich Kastor und mein Bruder Polydeukes hier.
Wir dåmpften eben grausen Sturm in wilder See,
Und eilten her nach Argos, als wir sahen, wie
1220
Die Schwester, deine Mutter hier, gemordet ward.
Sie bußt gerecht wohl, aber du thuſt nicht gerecht,
Noch Phobos. Phobos
doch ich schweige, denn er ist
Mein Herr - so weise, sprach er dir unweisen Spruch.
Indeß - man muß es tragen: fortan mußt du thun,
1225
Was Zeus und was das Schicksal über dich beschloß.
Elektra führe Pylades als Gattin heim,
Und du verlaß Mykene; denn dir ziemt es nicht,
Dem Muttermårder, einzugehn in diese Stadt.
Die grausen Keren treiben dich, die Göttinnen 1
1230
Mit Hundesblicken, ruhelos voll Wuth umher.
Athen erreichend, mußt du Pallas' heilig Bild,
Umschlingen; denn die Nachegeister schreckt es fort
Im Schlangenhaar, daß ihrer keiner dich beruhrt,
Und streckt den runden Gorgoschild dir über's Haupt.
1235
Dort ist ein Areshugel, wo die Götter einst
Zuerst zum Blutgerichte sich versammelten,
Als, um der Tochter frevle Lieb' in Zorn entbrannt,
Ares den Halirrhothios grausam mordete, 2
Den Sohn des Meerbeherrschers. Seitdem sprechen dort
1240
Untrůglich, heilig, unverrückt die Götter Recht.
Da mußt auch du dem Blutgerichte Rede stehn.
Und gleiche Stimmen werden dann vom Tode dich
Freisprechen; denn Apollon nimmt auf sich die Schuld,
Weil sein Orakel dir gebot der Mutter Mord.
1245
Und für die spätern Menschen wird der Brauch bestehn:
Bei Stimmengleichheit ist der Angeklagte frei!
Darüber grollend tauchen sich beim Hügel selbst
Die grausen Nachgottinnen in der Erde Schlund,
Die Ståtte hoher Spruche, die kein Mensch betritt. 3
1250
Du mußt am Strom Alpheios in Arkadia
Die Stadt bewohnen, nahe bei Lykios' Hain: 4
Nach deinem Namen wird dereinst die Stadt genannt.
Dir sagt' ich dieses. Doch Aegisthos' Leichnam hier,
Ihn bergen Argos' Bürger in der Erde Schooß.
1255
Die Mutter wird Menelaos, der in Nauplia
Jungst angelangt, nachdem er Ilos' Stadt zerstört,
Wird Helena bestatten; denn aus Neilos' Land 5
Kam sie, von Proteus' Hause heim, sah Troja nie.
Zeus sandte, daß auf Erden Mord und Fehde sei,
1260
Ein hohles Scheinbild Helena's nach Ilion.
Doch diese Jungfrau, die wir ihm zur Braut bestimmt,
Führ' aus Achaia Pylades als Gattin heim,
Und, der Elektra's Gatte hieß, er ziehe mit
Nach Phokis, und empfange reiches Gut von ihm.
1265
Du wend', Orestes, deinen Schritt zur isthmischen
Landenge, zeuch zum segenvollen Haus Athens:
Denn hast du, sühnend deine Schuld, dein Loos erfüllt,
So wirst du dieser Leiden frei, wirst glucklich sein,
Ihr Söhne Kronions, dürfen auch wir
1270
Uns euch zum Gespräche gesellen?
O drück' an die Brust mir liebend die Brust,
Bruder, Geliebtester:
1300
Uns trennt von dem Hause der Ahnen ein Fluch,
Der gemordeten Mutter blutiger Fluch!