Euripides Electra 747-855

Edward P. Coleridge (Translator)

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Electra. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1891.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

Electra (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.))

Editions (1)
Ἠλέκτρα Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. II. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1921-1962)) — 747-858 focus
Translations (2)
Electra (OCR draft) Experimental (Electra. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1852; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 3, Heidelberg: C. F. Winter, 1852. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 747 focus
Vernahmt ihr - oder tauschte mich ein eitler Wahn? -
735
Den Larmen? Klang's nicht unterirdischen Donnern gleich?
Horch! Deutlich, unverkennbar schwillt der Stimmen Laut.
Elektra, Herrin, komm hervor, verlaß das Haus!
Elektra eilt aus dem Hause. Der Chor.
Wir lenkten unsre Schritte weg vom Hause hier,
Und kamen dorthin, wo der Weg zwiefach sich theilt,
Da, wo Mykend's Herrscher war, der stolze Fürst.
In wasserreicher Garten Grun lustwandelt' er;
765
Von zarter Myrte Zweigen flocht er Kranze sich,
Und uns gewahrend rief er: „Heil euch, Fremdlinge!
Wer seid ihr, woher kommet ihr, aus welchem Land?"
Da spricht Orestes: „Aus dem Land der Thessaler;
Wir gehn zum Alpheos, um dem Zeus Olympia's
770
Zu opfern." Das vernehmend, hob Aegisthos an:
„Heut müßt ihr unsre Gåste sein am Opfermahl:
Stieropfer bring' ich eben hier den Nymphen dar.
Hebt ihr am frühen Morgen euch vom Lager dann,
So mogt ihr gleichweit kommen. Drum in's Haus hinein:"
775
(Und also sprechend, faßt er unsre Hand, um uns
Hineinzuführen:) nicht verweigern dürfet ihr's!"
Als wir im Hause waren, fuhr Aegisthos fort:
„Man bringe diesen Fremden schnell ein Bad herbei,
Daß sie am Altar nahe stehn der heil'gen Flut!"
780
Da spricht Orestes: „Eben erst entsündigten
Wir uns mit lautern Bådern aus des Stromes Born.
Doch, darf der Fremdling opfern mit dem Bürger, Herr,
Sind wir bereit, Aegisthos, und verweigern's nicht."
Auf dieses Wort nun hatte Niemand weiter Acht;
785
Sie stellten weg die Lanzen, ihres Königes
Schuzwehr, die Sclaven, und begannen all' ihr Werk.
Die tragen Opferkörbe, die das Opfer her,
Noch Andre zunden Feuer an und stellen auf
Den Herd die Kessel: Lärm erschallt im ganzen Haus.
790
Da nimmt das Salzmehl deiner Mutter Gatte, streut
Es auf den Altar und beginnt also zu flehn:
„Ihr Felsennymphen, mich und mein Gemahl daheim,
Die Tyndaride, lasset oft euch Opfer weihn,
Gebt Glück, wie heut, uns, meinen Feinden bittre Noth!"
795
Dich meint' er und Oresten. Doch das Gegentheil
Erflehte mein Gebieter, nicht mit lautem Ruf,
„Sein Vaterhaus zu gewinnen." Aus dem Korbe nahm
Aegisthos drauf das Messer, schnitt des Kalbes Haar,
Und mit der Rechten warf er's in die lautre Glut.
800
Und auf der Diener Schultern stach er nun das Thier,
Wie's diese trugen, spricht zu deinem Bruder dann:
„Als edel, hort' ich ruhmen, gilt den Thessalern
Auch dieses, wenn man einen Stier geschickt zerlegt
Und Nosse zügelt. Nimm den Stahl und zeige, Freund,
805
Daß uns der Ruf von deinem Volke nicht belog."
Rasch griff Orestes nach dem blanken Dorerstahl,
Von hoher Schulter riß er sich das Festgewand,
Und wählt zum Helfer seines Werks den Pylades,
Stoßt weg die Knechte, faßt sodann des Kalbes Fuß,
810
Entblößt, die Hand einstemmend, rings das weiße Fleisch,
Und zog die Haut ab, schneller als die Doppelbahn
Der Ross' ein Renner zweimal durchzulaufen pflegt,
Und schloß des Thieres Inn'res auf. Aegisthos nahm
Das Eingeweid' und forschte, fand der Leber Kopf
815
Versehrt, und wie daneben Adern und Gefäß
Der Galle schweres Leiden ihm verkündigten.
Da runzelt er die Stirne; doch dein Bruder fragt:
„Warum so traurig?"
„Tücke, Freund, und Hinterlist
Von aussen fürcht' ich. Unter allen Menschen ist
820
Orestes mein und meines Hauses schlimmster Feind."
Der aber sprach: „Du fürchtest eines Fluchtlings Trug,
Du, Fürst des Landes? Reicht mir statt des Dorerstahls
Ein Phthiermesser, daß wir Forschungsopfer noch
Zulezt verspeisen! Denn das Brustbein hau' ich durch."
825
Er nimmt's, zerhaut es, und das Eingeweid' erforscht
Aegisthos sondernd. Während er sich niederbeugt,
Jezt, auf die Zehen tretend, trifft dein Bruder ihm
Des Halses Wirbelknochen und zerbricht zugleich
Des Nückens Fugen. Auf und nieder zappelt er
830
Am ganzen Körper, jammert auf in schwerem Tod.
Die Knechte sahn's und rannten ungestum zum Kampf,
Daß Viele stritten wider Zwei. Doch heldenkühn
Stand Pylades mit Orestes, gegen sie gezückt
Die blanken Schwerter. Dieser rief: „Ein Feind der Stadt
835
Und meiner Diener kam ich nicht in dieses Land;
Nein, seines Vaters Mörder straft' Orestes nur,
Der Sohn des Unglücks. Also last mich leben, ihr,
Des Vaters greise Diener!" Als sie das gehört,
Da ruhten ihre Lanzen, und Orestes ward
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Erkannt vom grauen Alten, der im Hause lebt.
Sogleich bekränzen alle deines Bruders Haupt,
Erfreut und hoch aufjubelnd: und er kommt heran,
Um dir das Haupt zu zeigen, nicht der Gorgo Haupt,
Nein, dessen, dem du feindlich grollst, Aegisthens! Ihm,
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Der eben fiel, ward Blut des Blutes bittrer Lohn.