Euripides Electra 112-210

Edward P. Coleridge (Translator)

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Electra. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1891.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

Electra (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.))

Editions (1)
Ἠλέκτρα Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. II. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1921-1962)) — 112-212 focus
Translations (2)
Electra (OCR draft) Experimental (Electra. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1852; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 3, Heidelberg: C. F. Winter, 1852. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 112 focus
O beslügle den Schritt: denn die Zeit drångt!
Hinein, hinein jezt, mit lauter Klage!
O weh, weh mir!
Mich erzeugte des Atreus Sohn, 1
115
Klytamnestra gebar mich, die
Grause Tochter des Tyndaros,
Und Elektra, die arme, nennt
Mich der Bürger von Argos.
Weh, weh, trauriges Leben, weh,
120
Gråßlicher Leiden Qual!
Und du ruhest im Grabe nun,
Pater, entseelt von Aegisthos und
Deinem Weib, Agamemnon!
Auf! Wecke den alten Trauergesang,
125
Wieder wecke der Thränen Lust!
Gegenstrophe.
O beflugle den Schritt: denn die Zeit drångt!
Hinein, hinein jezt, mit lauter Klage!
O weh, weh mir!
Armer Bruder, in welcher Stadt
Weilst du fluchtig, in welchem Haus, 2
130
Seit du dort in den Hallen des
Vaters im bittersten Ungemach
Trauernd ließest die Schwester?
Kämst du doch ein Erretter mir
Armen in dieser Noth,
135
(D Zeus!) rachtest des Vatermords
Gråuel, wenn dein irrender Fuß
Dich heimtrüge nach Argos!
Nimm das Gefäß mir vom Haupte herab, um in nåchtlicher
Klage
Das Schicksal des Vaters laut zu bejammern!
140
Schlußgesang.
Ein helltonend Lied stimm' ich, ein Todeslied,
Dir an, Vater, der drunten im Grabe wohnt!
Unablåssig und täglich
Klagt mein Schmerz; mit dem Nagel zerfleisch' ich Nacken und Wange mir,
Lege die Hand an's geschorene Haupt,
145
Um dich jammernd, o Todter.
O verwunde dein Haupt!
Dem süßtönenden Schwane gleich,
Der am Ufer des Stroms umher
Nach dem trauten Vater ruft,
150
Welchen trüglicher Schlingen Nez
Todtend umsing, so wein' ich laut,
Unglückseliger Vater, um dich,
Der du das lezte der Båder im traurigen
Bette des Todes gekostet! O Gram!
155
O der graunvollen Art, die dich mordete!
O des graunvollen Verrathes nach dem Troërzug! 3
Nicht mit Båndern und Kränzen, 4
Vater, empfing dich dein Gemahl:
Mit zweischneidigem Schwerte bot
160
Sie dem Aegisthos zur Schmach dich dar,
Und errang sich den Buhlen.
Der Chor. Elektra.
Agamemnons Tochter, o sieh
Hier mich kommen, Elektra, zu dir an die landliche Hutte! 5
Es kam heut, es kam
165
Ein Bürger Mykene's, der
Von Milch lebt, ein Bergwanderer,
Meldet, daß auf den dritten Tag
Argos' Volk ein Opfer und Fest
Angekündet, und alle Jungfrau'n
170
Sich bereiten, zu Hera's Tempel zu zieh'n. 6
Ja, groß ist Hera!
Auf, und empfange von mir vielfarbiger Feiergewande
Goldnes Gewebe, das
Sich schon zu der Schönheit fügt!
Du wåhnst, ohne daß du die Götter ehrst, 7
190
Ueber die Feinde mit deinen Thränen
Zu siegen? Mit Klagen ja nicht
Wirst du dir heitere Tage schaffen,
Nein, nur mit Gebet zu den Göttern, o Kind.