Euripides Electra 774

Edward P. Coleridge (Translator)

View: By Scene

Electra. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1891.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

Electra (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.))

Editions (1)
Ἠλέκτρα Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. II. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1921-1962)) — 774 focus
Translations (2)
Electra (OCR draft) Experimental (Electra. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

No corresponding passage available

German (J. J. C. Donner, 1852; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 3, Heidelberg: C. F. Winter, 1852. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 774 focus
Wir lenkten unsre Schritte weg vom Hause hier,
Und kamen dorthin, wo der Weg zwiefach sich theilt,
Da, wo Mykend's Herrscher war, der stolze Fürst.
In wasserreicher Garten Grun lustwandelt' er;
765
Von zarter Myrte Zweigen flocht er Kranze sich,
Und uns gewahrend rief er: „Heil euch, Fremdlinge!
Wer seid ihr, woher kommet ihr, aus welchem Land?"
Da spricht Orestes: „Aus dem Land der Thessaler;
Wir gehn zum Alpheos, um dem Zeus Olympia's
770
Zu opfern." Das vernehmend, hob Aegisthos an:
„Heut müßt ihr unsre Gåste sein am Opfermahl:
Stieropfer bring' ich eben hier den Nymphen dar.
Hebt ihr am frühen Morgen euch vom Lager dann,
So mogt ihr gleichweit kommen. Drum in's Haus hinein:"
775
(Und also sprechend, faßt er unsre Hand, um uns
Hineinzuführen:) nicht verweigern dürfet ihr's!"
Als wir im Hause waren, fuhr Aegisthos fort:
„Man bringe diesen Fremden schnell ein Bad herbei,
Daß sie am Altar nahe stehn der heil'gen Flut!"
780
Da spricht Orestes: „Eben erst entsündigten
Wir uns mit lautern Bådern aus des Stromes Born.
Doch, darf der Fremdling opfern mit dem Bürger, Herr,
Sind wir bereit, Aegisthos, und verweigern's nicht."
Auf dieses Wort nun hatte Niemand weiter Acht;
785
Sie stellten weg die Lanzen, ihres Königes
Schuzwehr, die Sclaven, und begannen all' ihr Werk.
Die tragen Opferkörbe, die das Opfer her,
Noch Andre zunden Feuer an und stellen auf
Den Herd die Kessel: Lärm erschallt im ganzen Haus.
790
Da nimmt das Salzmehl deiner Mutter Gatte, streut
Es auf den Altar und beginnt also zu flehn:
„Ihr Felsennymphen, mich und mein Gemahl daheim,
Die Tyndaride, lasset oft euch Opfer weihn,
Gebt Glück, wie heut, uns, meinen Feinden bittre Noth!"
795
Dich meint' er und Oresten. Doch das Gegentheil
Erflehte mein Gebieter, nicht mit lautem Ruf,
„Sein Vaterhaus zu gewinnen." Aus dem Korbe nahm
Aegisthos drauf das Messer, schnitt des Kalbes Haar,
Und mit der Rechten warf er's in die lautre Glut.
800
Und auf der Diener Schultern stach er nun das Thier,
Wie's diese trugen, spricht zu deinem Bruder dann:
„Als edel, hort' ich ruhmen, gilt den Thessalern
Auch dieses, wenn man einen Stier geschickt zerlegt
Und Nosse zügelt. Nimm den Stahl und zeige, Freund,
805
Daß uns der Ruf von deinem Volke nicht belog."