Sohn Agamemnons, hore mich: es rufen dir
Der Mutter Brüder beide zu, die Sohne Zeus',
Ich Kastor und mein Bruder Polydeukes hier.
Wir dåmpften eben grausen Sturm in wilder See,
Und eilten her nach Argos, als wir sahen, wie
1220
Die Schwester, deine Mutter hier, gemordet ward.
Sie bußt gerecht wohl, aber du thuſt nicht gerecht,
Noch Phobos. Phobos
doch ich schweige, denn er ist
Mein Herr - so weise, sprach er dir unweisen Spruch.
Indeß - man muß es tragen: fortan mußt du thun,
1225
Was Zeus und was das Schicksal über dich beschloß.
Elektra führe Pylades als Gattin heim,
Und du verlaß Mykene; denn dir ziemt es nicht,
Dem Muttermårder, einzugehn in diese Stadt.
Die grausen Keren treiben dich, die Göttinnen
1
1230
Mit Hundesblicken, ruhelos voll Wuth umher.
Athen erreichend, mußt du Pallas' heilig Bild,
Umschlingen; denn die Nachegeister schreckt es fort
Im Schlangenhaar, daß ihrer keiner dich beruhrt,
Und streckt den runden Gorgoschild dir über's Haupt.
1235
Dort ist ein Areshugel, wo die Götter einst
Zuerst zum Blutgerichte sich versammelten,
Als, um der Tochter frevle Lieb' in Zorn entbrannt,
Ares den Halirrhothios grausam mordete,
2
Den Sohn des Meerbeherrschers. Seitdem sprechen dort
1240
Untrůglich, heilig, unverrückt die Götter Recht.
Electra. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .