Euripides The Trojan Women 98-225

Edward P. Coleridge (Translator)

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The Trojan Women. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1906.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

The Trojan Women (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906. (Modernized by Perseus.))

Editions (1)
Τρῳάδες Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. II. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1921-1962)) — 98-229 focus
Translations (2)
The Trojan Dames (OCR draft) Experimental (The Trojan Dames. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1852; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 3, Heidelberg: C. F. Winter, 1852. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 98 focus
Unselige, auf! Von der Erde das Haupt
Und den Nacken empor! Nicht Ilion ist 1
Hier mehr, ich bin nicht Königin mehr.
100
(Beide ab.)
In die Wechsel des Schicksals füge dich still;
Schiff' hin, wie der Gott, wie die Welle dich treibt,
Und kehre den Bug nicht wider den Strom;
Denn du fåhrst mit dem Steuer des Schicksals.
Weh, weh!
Was ist, das nicht zu beklagen mir ziemt,
105
Der Heimat, Kind und Gemahl hinschwand?
Ha, stolzes Geschick meiner Ahnen, in Staub 2
Hinstürzend, wie warst du so nichtig!
Was verschweig' ich zuerst, was verschweig' ich nicht?
Was bewein' ich zuerst? Ich Verlorne! Wie ruhn
110
Mir Elenden gramvoll niedergestreckt
Auf steinernes Lager die Glieder! 3
Wie schmerzt mir das Haupt und die Schlafe, wie schmerzt
Mir die Seite! Wie wunsch' ich zu wenden den Leib,
Und Rücken und Rückgrat, starrend und matt,
115
Hierhin und dorthin wechselnd zu drehn,
Ich, ewig zu Klag' und zu Thränen gestimmt! 4
Das ist ja dem Unglück wonniges Lied, 5
Sein Trauergeschick zu bejammern.
Schnellsegelnde Schiffe von Hellas,
120
Die zur heiligen Ilios rudernd
Ueber das purpurne Meer durch Achaa's
Sichere Porte vordem
Bei traurigem Halle der Flöten,
Mistinendem Klang der Schalmeien 6
125
Hinwandelten, und der Aegypter Gewirk
Ausspannten, geflochtene Segel, 7
Ach, ach, in den Buchten von Troas
Menelaos' Gemahl, das verhaßte Gezücht,
Aussuchend, die Schmach auf Kastor gebracht
130
Und schmähenden Ruf dem Eurotas,
Die dich, der fünfzig Kinder gezeugt,
O Priamos, mordet, und mich Unselige auch 8
Hinopferte solchem Verhängniß!
Weh, weh! Wo weil ich Arme,
135
An die Zelte von Atreus' Sohne gebannt? 9
In die Knechtschaft werd' ich Ergraute geschleppt
Von der Heimat weg, das geschorene Haupt 10
In klåglich entstellender Trauer.
Doch ihr, speerschwingender Troër
140
Ungluckliche Frau'n,
Ihr armen, verlassenen Braute, 11
Ilion raucht: laßt hallen die Klage!
Wie die Mutter um flatternde Våglein bang
Ihr Lied anhebt, will ich den Gesang
145
Anstimmen, ein anderes Lied,
Als welches ich einst,
Auf der Könige Stab kühn stüzend die Hand,
Und mit phrygischem Takt hellstimmig den Chor
Anführend, erhob zu den Göttern.
150
(tritt aus den Zelten).
Was jammerst du, Frau? Was klagst du so sehr?
Was soll dein Wort? In den Zelten vernahm
Ich das Jammergeschrei, das du trauernd erhebst,
Und Schrecken durchbebt die Gemuther der Frau'n
Von Troja, die dort in den Zelten umher
155
Ihr Geschick lautweinend beklagen.
Weh, weh mir! Zitternd verließ ich das Zelt
Agamemnons dort, zu vernehmen von dir,
O Königin, ob der Achåer Beschluß
175
Tod über mich Ungluckvolle verhångt,
Ob die Schiffer sich schon an den Steuern umher
Anschicken, die Ruder zu rühren.
Weh, wehe! Mit welchem Jammer beklagst
Du dein und mein unſeliges Loos? 16
195
Am idäischen Webstuhl werd' ich hinfort
Nicht wechselnd schnellen die Spule.
Zum letztenmal seh' ich die Kinder umher, 17
Und dulde dereinst noch hårtere Mühn,
Sei's daß mein Lager ein Danaer theilt,
200
(Fahr' hin die Nacht, fahr' hin, mein Loos!) 18
Sei's, daß an Peirena's heiligem Quell 19
Ich elende Sclavin schopfe die Flut. 20
O daß ich kame zum stolzen,
Zum glucklichen Lande des Theseus,
205
Nur nicht an Eurotas' wirbelnden Strom,
In's verhaßte Gebiet, wo Helena weilt,
Um dort Menelaos' Sclavin zu sein, 21
Der Ilions Vesten zerstörte!
Des Peneios heilige, reizende Gaun, 22
210
Auf denen die Höhn des Olympos ruhn,
Sie schwellen von Reichthum, sagt mir der Ruf,
Und von lieblich erblühender Fülle.
In das göttliche Land dort wunsch' ich zu ziehn
Zunächst nach Theseus' heiliger Flur.
215
Der åtndische Grund des Hephastos auch, 23
Der über die See nach Phonike schaut,
Er, Vater sikelischer Berghohn, prangt
Von der Tugenden Kranze verherrlicht.
Auch ruhmte man mir von den Auen, 24
220
Dem jonischen Meere benachbart,
Die Krathis, der schonhinflutende Strom,
Der die Locken der Badenden blondfärbt,
Wohl trånkt und mit heiligen Quellen ernährt,
Und die streitbaren Männer beseligt.
225

Notes on the current edition

The Trojan Women

1. This part of the line is assigned to Hecuba in the translation and has been moved to align with the Greek.