Darf ich des Vaters nächsten Unverwandten, dich,
Den großen, unter Göttern hochgeehrten Gott,
Anreden, nicht mehr eingedenk des alten Grolls?
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Poseidon.
Du darfst; der Anverwandten hold Gespräch erfreut
Nicht wenig ja die Herzen, hohe Königin.
Athene.
Der milde Sinn gefällt mir; doch ich kam, mit dir
Zu reden, was gemeinsam dich und mich berührt.
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Poseidon.
Du meldest etwas Neues wohl von einem Gott,
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Zeus oder einem Andern aus der Götter Zahl?
Athene.
Nein; wegen Troja's kam ich, wo wir wandeln hier,
Daß ich geselle meiner Macht die deinige.
Poseidon.
So hast du deinem alten Groll nunmehr entsagt,
Und fühlst mit ihr Erbarmen, die der Brand verzehrt?
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Athene.
Vorerst erkläre: willst du mit zu Nathe gehn
Und mitvollenden, was zu thun mein Herz begehrt?
Poseidon.
Gewiß. Doch wissen möcht' ich auch, warum du kamst,
Der Phryger wegen oder Hellas' Volk zulieb.
Athene.
Die Troër, die ich haßte, will ich jekt erfreun,
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Und bittre Heimkehr bringen auf Achaa's Heer.
Poseidon.
Warum von einer springst du so zur andern Art,
Und liebst und hassest ohne Maß, auf wen du triffst?
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Athene.
Du weißt: verhöhnt ward unser Heiligthum und wir.
Poseidon.
Als Ajas deine Priesterin vom Tempel riß.
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Athene.
Und nichts erlitt er, hörte nichts deßhalb vom Heer.
Poseidon.
Und doch zerstört es Ilion durch deine Macht.
Athene.
Drum will ich ihnen übelthun, mit dir vereint.
Poseidon.
Ich bin zu deinem Dienste; doch was wirst du thun?
Athene.
Heimkehr verhang' ich über sie verderbenschwer.
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Poseidon.
Und wo? Zu Land hier oder auf des Meeres Flut?
Athene.
Sobald sie heimwårts sich gewandt von Ilion.
Und Regen sendet Vater Zeus und nachtlichen
Orkan und grausen Hagelschlag aus Aethershohn;
Und mir verheißt er seinen Bliz, die Danaer
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Hinabzuschmettern und die Schiff' in wilder Glut.
Du schaffe dann das Deine: wühl' Aegåerflut
In Meereswirbeln zehenfach gethürmt empor,
Und füll' Eubda's hohle Bucht mit Todten an,
Daß Hellas' Söhne fürderhin mein Heiligthum
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Verehren lernen und der andern Götter Macht!
Poseidon.
So sei es! Langer Neden braucht die Gunst ja nicht.
Aegåermeeres Fluten wühl' ich sturmend auf,
Und Mykonos' Gestade, Delos' Felsenhöhn,
Und Skyros, Lemnos, auch Kaphareus' Vorgebirg
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Umschwimmen viele Todten, die das Meer entſeelt.
So wandle denn zum Olympos, und nachdem du dort
Der Blize Strahlen aus des Vaters Hand empfingst,
Verzeuch, bis Argos' scheidend Heer die Segel spannt.
O thöricht, wer in Trummer Städt' und Tempel stürzt,
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Und Gråber, die der Todten heilige Ståtten sind,
In Wüsten wandelt und zulezt selbst untergeht!
(richtet sich vom Boden auf).
Hekabe
The Trojan Women. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .