Du bist aus edlem Stamme, deinen Sinn bezeugt
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Mir die Gestalt hier, wer du immer seist, o Frau.
Denn meistens mag, wer eines Menschen äußere
Gestalt erblickt, erkennen, ob er edel ist.
Wohlan!
Doch du erschreckst mich; denn die Blicke senktest du,
Und badest hell in Zahren schöner Wangen Glanz,
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Sowie du Phobos' heilig Haus vor Augen sahst.
Wie hat dich solcher Kummer übermannt, o Frau?
Wo jeder Andre, der des Gottes Haus erblickt,
Frohlockte, wird das Auge dir von Thränen feucht.
Kreusa,
Ich finde, Fremdling, was du sagst, nicht ungereimt,
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Daß über meine Thränen du dich wundern magst.
Als ich Apollons Tempel hier erblickte, ward
Ein alt Gedächtniß wieder jung in meiner Brust:
Zu Hause war mein Sinnen, und ich bin doch hier.
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Wir armen Frauen! Götter, was erkuhnt ihr euch?
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Wie nun? Wohin uns wenden um Gerechtigkeit,
Wenn uns das Unrecht niederdrückt der Mächtigen?
Jon.
Was soll er doch, dein råthselhafter Gram, o Frau?
Kreusa.
S' ist nichts: mein Bogen wurde schlaff, vom Weiteren
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Schweig' ich, und du bekummre dich nicht mehr darum.
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Jon.
Wer bist du? Woher kamst du? Wo dein Vaterland?
Mit welchem Namen müssen wir dich nennen, Frau?
Kreusa.
Kreusa heiß ich, und Erechtheus zeugte mich,
Die Stadt der Athender ist mein Vaterland.
Jon.
Du wohnst in einer ruhmgekrönten Stadt, du stammst
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Von edlen Våtern: wie verehr' ich dich, o Frau!
Kreusa.
So weit, o Fremdling, weiter nicht, reicht unser Glück.
Jon.
Ist's wahr, bei allen Göttern, was man sich erzählt -
Kreusa.
Wonach, o Fremdling, fragst du? Wissen möcht' ich es.
Jon.
Daß aus der Erde deines Vaters Ahn entsproß?
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Kreusa.
Ja, Erichthonios: doch der Adel frommt mir nichts.
Jon.
Nahm ihn Athene wirklich auch vom Boden auf?
Kreusa.
In ihre Jungfraunarme, den sie nicht gebar.
Jon.
Und gab ihn, wie man auf gemaltem Bilde sieht -
Kreusa.
Den Töchtern Kekrops' ungesehn ihn aufzuziehn.
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Jon.
Und diese listen, hort' ich noch, des Korbes Band.
Kreusa.
Deßhalb auch sterbend fårbten sie den Fels mit Blut.
Wohl!
Jon.
Ion. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .