Euripides Heracles 138-345

Edward P. Coleridge (Translator)

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Heracles. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1891.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

Heracles Mad (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.))

Editions (1)
Ἡρακλῆς Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. II. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1921-1962)) — 138-347 focus
Translations (2)
Hercules (OCR draft) Experimental (Hercules. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1852; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 3, Heidelberg: C. F. Winter, 1852. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 138 focus
Doch hier erblick' ich Lykos ja, des Landes Herrn;
135
Er schreitet eben nahe zum Palast heran.
Lykos mit Gefolge. Amphitryon. Megara. Der Chor.
So viel an Zeus ist, schůze Zeus den eignen Sohn!
Doch mir, Herakles, liegt es ob, durch Worte nur
Des Mannes Thorheit darzuthun an deiner Statt;
Denn daß man dich verlåstre, duld' ich nimmermehr.
170
Zuerst das Frevelhafte, (Frevel ist es doch,
Feigheit an dir zu rügen, großer Sohn des Zeus!)
Mit aller Götter Zeugniß wend' ich's ab von dir.
Den Bliz Kronions frag' ich und sein Viergespann, 6
Das ihn getragen, als er sein geflügeltes
175
Geschoß der Erde Söhnen durch die Seiten trieb,
Und Siegesjubel mit den Göttern feierte.
Die trozig ungeschlachte Brut vierfüßiger
Kentauren frage, feigſter Fürst, auf Pholoë, 7
Wer ihnen dort als aller Helden bester gilt,
180
Ob nicht Herakles, der nach dir den Schein nur log!
Doch, fragst du Dirphys, deine Wieg' in Abas' Reich, 8
Er wird dich schwerlich loben; denn wo hast du je
Ein großes Werk vollendet, das dein Land bezeugt?
Die klugste Kunde tadelst du, die Bogenkunst:
185
Auf meine Reden höre nun und werde klug!
Der Mann in schweren Waffen ist der Waffen Knecht,
Und sind die Nebenmänner nicht gleich ihm beherzt,
So stirbt er selbst durch seiner Nachbarn feigen Sinn.
Zerbrach die Lanze, kann allein durch eigne Kraft
190
Er nicht den Tod abwehren, wo die Waffe fehlt. 9
Doch wer mit wohlgeubtem Arm den Bogen führt,
Erkor das Beste, rettet vor dem Tode sich,
Nachdem er tausend Pfeile warf auf Andere.
Denn ferne stehend, wehrt er ab des Feindes Macht,
195
Und trifft mit unsichtbarem Pfeil die Sehenden.
Den eignen Körper gibt er nicht dem Gegner preis,
Nein, wohlgesichert steht er; und das ist im Kampf
Das Klugste ja, dem Feinde wehzuthun, und sich
Zugleich zu wahren, nicht dem Zufall bloßgestellt.
200
Nun, - diese Worte lauten wohl ganz anders, Herr,
Als deine Reden über das, was uns entzweit.
Doch sprich, warum du diese Kinder todten willst?
Was thaten sie dir? Klug in Einem acht' ich dich,
Daß vor der Helden Söhnen du, feigherzig selbst,
205
Dich fürchtest: aber dieses ist doch hart für uns,
Wenn deiner Feigheit wegen uns Tod treffen soll,
Der dir von uns gebührte, die wir besser sind,
Wenn Zeus gerechten Sinnes sich bewährt' an uns.
Verlangst du nun in diesem Lande Herr zu sein,
210
Laß uns aus Kadmos' Marken zieh'n als Flüchtlinge:
Doch nicht Gewalt verube, daß du nicht Gewalt
Erfahrest, wann sich umgewandt des Glückes Hauch.
Weh!
O Land des Kadmos! Denn zu dir auch wend' ich mich,
Dir zuzurufen dieses vorwurfsvolle Wort:
215
So schirmet ihr Herakles, so des Helden Stamm,
Der, Einer, wider alle stritt, die Minyer,
Und dem ihr's danket, daß ihr frei das Aug' erhebt?
Auch Hellas lob' ich nimmer, will es schweigend nie
Ertragen, daß sie meinem Sohn so schnide lohnt,
220
Sie, die mit Feuer, Lanze, Schild den Kindern hier
Beistehen mußte, dankbar, daß er Land und Meer
Weithin gereinigt und die großen Müh'n vollbracht.
Doch hier beschůzt euch, Kinder, nicht die Theberstadt,
Nicht Hellas; mich, den schwachen Freund, sucht euer Blick,
225
Den Freund, der Nichts ist, als der Zunge leerer Schall.
Entflohen ist die Stärke, die mich einst erfullt;
Vor Alter zittern meine Knie', hin schwand die Kraft.
Doch, wår' ich jung noch, meiner Glieder Herr wie sonst, 10
Die Wehr ergriff' ich, fårbte dem sein blondes Haar
230
(auf Lykos, deutend)
Mit Blute, daß er über Atlas' Marken weit
Hinaus vor meiner Lanze floh' in feiger Flucht!