Euripides Hecuba 585

Edward P. Coleridge (Translator)

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Hecuba. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1891.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

Hecuba (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.))

Editions (1)
Ἑκάβη Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902. (Reprinted 1906-1974)) — 585 focus
Translations (2)
Hecuba (OCR draft) Experimental (Hecuba. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 585 focus
Ich weiß, o Kind, nicht, welches Leid ich klagen soll;
So vieles traf mich: hång' ich nur am einen fest,
Gleich mahnt ein anderes, und von diesem ruft sofort
Ein neuer Schmerz ab, welchem Weh' auf Wehe folgt.
580
Und nun vermag ich dein Geschick aus meinem Sinn
Nicht auszutilgen, daß ich's nicht bejammerte:
Doch über Maaß zu klagen, wehrt die Kunde mir
Von deinem Muth. - Kein Wunder, wenn ein schlechtes Land,
Dem Götterſegen lächelt', edle Frucht gebiert,
585
Ein gutes aber, das entbehrt des Nothigen,
Unedle Früchte tråget: bei den Menschen bleibt,
Wer schlimm von Art ist, immerdar ein Böser nur,
Ein Edler edel, und den angebornen Sinn
Verkehrt das Unglück nimmer; er ist ewig gut.
590
Doch frommen Weltern oder Zucht und Pflege hier?
Auch Unterweisung mag in uns das Edle wohl
Durch Lehre pflanzen; wenn ein Mensch dies wohl erkannt,
An diesem Maaßstab wird ihm auch das Böse kund.
Doch Worte sind das, die verwehn in leere Luft:
595
Du geh' und Argos Kriegesheer bedeute dies,
Daß Keiner sie beruhre, daß der Schwarm von ihr
Fern bleibe! Frechen Pobel hegt ein großes Heer,
Und grimmer rast der Schiffer Züggellosigkeit,
Als Feuer; dort ist bose, wer nicht Bises thut.
600
Doch du, bejahrte Dienerinn, nimm dies Gefäß,
Und bring' es hierher angefüllt mit Meeresflut,
Daß ich die Tochter baden mog' im lezten Bad,
Die Braut, die Jungfrau, die der Hochzeit Lust entbehrt,
Und sie geschmuckt ausstelle, nicht, wie's ihr geziemt,
605
Das kann ich nicht,
nur, wie ich's kann: wie mach' ich's denn?
Schmuck will ich sammeln von den mitgefangnen Fraun,
Die mir vereinigt innerhalb der Zelte hier
Verweilen, wenn sich eine noch aus ihrem Haus
Ein Stück entwandt hat, unbemerkt den neuen Herrn.
610
Du schöner Wohnsiz! Du vordem so glucklich Haus!
Du, reich und machtig, Priamos, durch Kinder hoch
Begluckt, und ihre Mutter ich, ein greises Haupt!
Wie sind wir, ach der alten Herrlichkeit beraubt,
Zum Nichts geworden! Dennoch blåhn wir Menschen uns,
615
Der Eine, der im stolzen Goldpalaste wohnt,
Der, weil die Bürger ehrenvoll ihm huldigen!
Das ist ein Nichts; Mühn, Sinnen, Sorgen ist umsonst,
Umsonst der Zunge Prahlen. Der ist hochbeglückt,
Dem, ungetrübt von Leiden, jeder Tag entflicht.
620
Strophe.