Euripides Andromache 147-273

ed. Gilbert Murray

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Andromache. Euripides. ed. Gilbert Murray. Oxford. 1902.

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Current edition Perseus

Ἀνδρομάχη (Greek) (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902.)

Translations (3)
Andromache Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891.) — 147-269 focus
Andromache (OCR draft) Experimental (Andromache. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 147 focus
Den Glanz des goldnen Schmuckes, der mein Haupt umgibt,
Und diese bunten Leibgewand', ich habe sie
Nicht aus Achilleus' oder Peleus' Hause mir
Als Erstlingsgaben einer Braut hiehergebracht;
Nein, schon im Spartiatenland Lakonia
150
Verehrte sie Menelaos, unser Vater, uns
Mit großem Mahlschaz, daß ich wohl frei reden darf.
Euch, Frauen, sag' ich dieses als Erwiederung:
(sie wendet sich an Andromache)
Doch du, die Sclavin, die des Krieges Speer gewann,
Willst uns vertreiben, Herrin hier im Hause sein;
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Berückt von deinen Zaubern, haßt mein Gatte mich;
Durch deine Kunst' unfruchtbar, schwindet mir der Leib:
Denn stark in solchem Treiben ist in Asia
Der Geist der Frauen; aber ich verwehre dir's,
Und helfen soll dir dieses Haus der Thetis nichts,
160
Und nichts Altar und Tempel; sterben mußt du mir.
Wenn eine Gottheit, wenn ein Mensch dich retten will,
Mußt du den alten Herrscherstolz ablegen, mußt
- Demüthig niederfallen, mir an's Knie geschmiegt,
Und meine Wohnung scheuern, und aus goldenen
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Gefässen sprengen mit der Hand Acheloos' Flut, 1
Und, wo du weilst, erkennen; denn nicht Hektor ist,
Noch Priamos, nicht Troas, sondern Hellas hier. 2
Doch, Arme, so weit führte dich dein Unverstand,
Du freist den Sohn des Vaters, der den Gatten dir
170
Gemordet, ohn' Errdthen, und des Mörders Sohn
Gebierst du Kinder. Solches ist Barbarenbrauch:
Der Vater freit die Tochter, und die Mutter freit
Der Sohn und Brüder Schwestern, und es morden sich
Die Liebsten; dieses Alles wehrt euch kein Gesez.
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Uns das zu bringen, hute dich; es ziemt ja nicht,
Daß Einem Mann zwei Frauen unterthänig sind;
Nein, gerne låßt an Eines Weibes Liebe sich
Genügen, wer nicht wohnen will im Ungemach.
Der Jugend Feuer bringt Gefahr den Sterblichen,
Vornehmlich wenn sich Tugend ihm nicht zugefellt.
Wohl bindet, furcht' ich, mein Geschick die Zunge mir,
Obwohl ich manches Wahre dir erwiedern kann,
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Und siegt' ich, wurde Schaden mir zum Lohne nur;
Denn bitter fühlt der Große, der voll Uebermuth
Sich blåht, die bessern Worte vom Geringeren;
Doch selber mich verrathen das sei ferne mir! 3
Sprich, Mädchen, welchem sichern Grund vertraut' ich denn
190
Vertrieb ich dich aus deines achten Gatten Gunst?
Weil etwa Sparta schwacher ist als Phrygien,
Mein Gluck so glänzend, und du mich als Freie sichst?
Wohl, weil ich stolz auf Jugend und auf Körperreiz,
Auf meines Reichthums Größe stolz und Freundesmacht, 4
195
An deiner Statt in deinem Hause schalten will?
Wohl, daß ich Söhne, Sclaven zeug' an deiner Statt,
Die Armen, die mir folgen, wie das Boot dem Schiff?
Doch wird man dulden, daß die Söhn' Andromache's
Einst über Phthia herrschen, wenn du nicht gebierst?
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Um Hektors willen freilich liebt mich Hellas' Volk,
Und ich bin fremd ihm, und gebot in Troja nicht.
Nicht meiner Zauber wegen haßt dein Gatte dich;
Er haßt dich, weil du nicht mit ihm zu leben weißt.
Auch dieses weckt die Liebe; nicht Schönheit, o Frau,
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Der Tugend Reize sind es, die den Gatten freun.
Und fühlst du dich beleidigt, hoch erhebst du dann
Lakedamon, achtest Skyros' Inselland für Nichts,
Reich prahlst du vor nicht Reichen, und Menelaos gilt
Mehr als Achilleus; darum haft dich dein Gemahl.
210
Denn eine Frau muß, auch vermählt dem schlimmen Mann,
Sich gern begnügen, hadre nicht im Uebermuth.
Doch, wår' ein König dein Gemahl in Thrakia,
Dem schneeumstürmten Lande, wo der Reihe nach
Ein Mann mit vielen Ehefraun sein Lager theilt:
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Sprich, wird'st du diese todten? Also wålztest du
Die Schmach der Unersättlichkeit auf alle Fraun!
Wie schändlich! Zwar mehr, als die Männer, leiden wir
An dem Gebrechen, aber klug verhehlen wir's.
Mein theurer Hektor, gern ertrug ich dir zulieb
220
Die Nebenfrauen, wann Kythera dich bethårt,
Und ihren Kindern reicht' ich oft sogar die Brust,
Damit ich niemals Bittres dir bereitete.
So fesselt' ich durch Tugend meinen Gatten stets;
Du aber duldest, immerdar von Furcht erfüllt,
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Auch nicht den Tropfen Himmelsthau an deinem Mann.
O such' in Männerliebe, Frau, die Mutter nicht
Zu übertreffen; denn der båsen Mütter Art
Bu fliehen, ziemt den Kindern, die verständig sind.
Wenn du's, o Herrin, über dich gewinnen kannst,
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Laß dich bereden, und versöhne dich mit ihr.