Liebt eine Andre dein Gemahl an deiner Statt?
Hermione.
Die Kriegsgefangne, Hektors Weib, Andromache.
Orestes.
Schlimm, was du sagtest, wenn ein Mann zwei Frauen
Hermione,
liebt!
Wohl ist es also; mich zu rächen sucht' ich nun.
Orestes.
Du hast ihr Trug bereitet nach der Frauen Art?
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Hermione.
Sie wollt' ich morden und den Bastard, ihren Sohn!
Orestes.
Und sind sie todt nun, oder was befreite sie?
Hermione.
Peleus, der hochbejahrte, der die Niedern ehrt.
Orestes,
Nahm Einer sonst an diesem Morde Theil mit dir?
Hermione.
Mein Vater, der zu dieser That von Sparta kam.
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Orestes.
Und wurde der dann durch des Greises Hand besiegt?
Hermione.
Durch Scham; und mich verließ er hålflos, und entwich.
Orestes.
Du führtest, merk' ich, ob der That des Gatten Zorn.
Hermione.
Gewiß; und billig straft er mich. Was sag' ich ihm?
Drum fleh' ich dir, Zeus rufend, unsers Stammes Gott:
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Weit, weit hinweg aus diesem Lande führe mich,
Zum Vaterhause führe; denn die Hallen hier,
So scheint es, haben Stimmen und vertreiben mich,
Mich hassen Phthia's Bürger; und wenn mein Gemahl
Vorher von Phobos' Sehersiz nach Hause kehrt,
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So mordet er mich schmåhlich, oder müssen wir
Der Buhle dienen, welcher ich vordem gebot.
Wie, mochte Jemand fragen, hast du so gefehlt?
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Zutritt von bösen Weibern war mein Untergang,
Die, solche Reden führend, mich erbitterten :
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„Du willst das schndde kriegsgefangne Weib im Haus,
Die Sclavin dulden, die mit dir das Lager theilt?
Bei Hera, nicht in meiner Wohnung sollte sie
Die Sonne schauen und in meinem Lager ruhn!"
Und ich, vernehmend immer dies Seirenenwort
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Der klugen, vielgewandten, schlau geschwäzigen,
Ich ward von Thorheit aufgeblåht. „Was sollt' ich streng
Den Gatten hüten? Hatt' ich doch das Nöthige,
Der Schůze viel, gebot in meinem Hause ja,
Und achte Sohne konnt' ich ihm gebåren, sie
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Halbsclaven meiner Kinder und Bastarde nur."
Ja, nimmer, nimmer (denn nicht Einmat sag' ich es)
Lasse der Verständige, der ein Weib geehlicht hat,
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Zu seiner Gattin andre Fraun in's Haus herein:
Denn diese leiten immer nur zum Bösen an.
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Die Eine, jagend nach Gewinn, verführt die Frau;
Die Andre möchte, daß sie, gleich ihr, sundigte;
Viel treibt der Wahnwiz. Also muß der Männer Glück
Im Hause schwinden. Drum verwahrt hiegegen euch
Mit Schlössern und mit Riegeln wohl des Hauses Thor:
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Denn keinen Segen schaffen euch die fremden Fraun
Mit Schwazen und Besuchen, nein, viel Ungemach.
Chor.
Zu heftig schmähst du, Königin, auf dein Geschlecht.
Zwar ist es dir verzeihlich; dennoch sollten Fraun
Der Frauen Schwächen allezeit beschönigen.
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Orestes.
Andromache. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .