Dir bring' ich, Herrinn, diesen frischgeflochtnen Kranz
Zum Schmuck, gewunden auf der unentweihten Flur,
Wo nie der Hirt die Heerden auf die Weide treibt,
Noch nie das Eisen schaltet, und zur Lenzeszeit
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Die Biene' nur durch unentweihte Fluren schwärmt;
Da wohnt die Unschuld, tränkt das Land mit Quellenthau.
Nur wer der Lehre Nichts verdankt, nur wem Natur
Zugleich für alle Werke weisen Sinn verlieh,
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Darf hier sich Kranze pflucken, doch der Bise nicht.
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So nimm, geliebte Königinn, aus frommer Hand
Die Krone, die dein goldnes Haar umkränzen soll.
Mir ward allein vor Allen diese Huld gewährt:
Dir nahe wandl' ich, pflege stets Gespräch mit dir;
Dein Auge nicht erblickend, hor' ich deinen Laut.
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An's Ziel geleite, wie ich ihn begann, den Lauf!
(Er bekränzt eine Bildsäule der Artemis vor dem Palaste.)
Herr, (Gebieter nennen darf man Gotter nur)
Wohl wirst du mir gehorchen, rath' ich Gutes dir?
Gewiß: für einen Thoren gålt' ich wahrlich sonst.
Diener.
Nun, weißt du, welche Sitte bei den Menschen gilt?
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Hippolytos.
Ich weiß es nicht; doch über welche fragst du mich?
Diener.
Man haßt die Hoffart und den murrisch finstern Sinn.
Hippolytos.
Mit Recht; und welcher Stolze wird nicht lästig sein?
Diener.
Ist aber Anmuth etwa bei Leutseligkeit?
Hippolytos.
Sehr viel, und Vortheil bei geringer Mühe noch.
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Diener.
Und glaubst du, daß bei Göttern auch das Gleiche gilt?
Hippolytos.
Wenn Göttersazung anders lenkt uns Sterbliche.
Diener.
Was huldigst du denn einem hohen Gotte nicht?
Hippolytos.
Welch einer Gottheit? Hüte dich vor bösem Wort.
Diener.
Die hier vor deinen Thoren steht, der Kypria.
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Hippolytos.
Ein keuscher Jungling, grüß ich nur von ferne sie.
Diener.
Doch gilt sie hehr und heilig bei den Sterblichen.
Hippolytos.
Nicht jeden Gott, nicht jeden Menschen liebt man gleich.
Diener.
Du wårest glücklich, wohnt in dir der rechte Sinn.
Hippolytos.
Kein Gott gefällt mir, welcher Nachts gefeiert wird.
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Diener.
Sohn, jede Gottheit ehre man, wie's ihr gebührt.
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Hippolytos.
Geht, Waidgenossen, tretet ein zum Hause nun,
Lezt euch am Mahle; lieblich, nach vollbrachter Jagd,
Winkt uns die volle Tafel: auch die Rosse müßt
Ihr wacker striegeln, daß ich, satt vom Mahle, sie
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An den Wagen schirr' und tüchtig tummle durch das Feld.
(zu dem Diener:)
Doch deiner Kypris wunsch' ich Heil und Segen viel.
(ab mit dem Gefolge.)
Diener.
Ich aber, (nachthun muß man's nicht den Jünglingen,)
So denkend, wie zu reden auch dem Sklaven ziemt,
Verehre niederfallend, hohe Königinn,
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Dein Bild, o Kypris. Nimm es nicht ungnädig auf,
Wenn Einer dir in allzuraschem Jugendmuth
Thorheiten redet; thue nicht, als hortest du's:
Denn weiser müssen Götter sein als Sterbliche.
Strophe 1.
Chor.
Hippolytus. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .