Vernimm, o Theseus, wie's geschah mit deinem Leid:
Wohl mag es nicht mehr frommen; doch dich quil' ich ſo.
Ich bin gekommen, deines Sohns gerechten Sinn
Dir darzulegen, daß er sterb' in hohem Ruhm,
Und deines Weibes Raserei (benenne du's
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Hochsinn) zu zeigen: sie, erreicht von Kypris Pfeil,
Der größten Feindinn Aller, die Jungfräulichkeit
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Als ihre Lust erkoren, liebte deinen Sohn.
Bemüht, die Liebe durch Vernunft zu bändigen,
Verdarb sie, nicht freiwillig, durch der Amme Trug,
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Die deinem Sohn ihr Leiden nach geschwornem Eid
Enthullte. Dieser, wie's gerecht war, folgte nicht
*. Den Worten, und auch wieder, als du schmähtest ihn,
Ward er, ein Frommer, seinem Schwur nicht ungetreu.
Doch sie, befürchtend, angeklagt zu werden, schrieb
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Die lügenhaften Zeilen dir, schuf deinem Sohn
Durch Trug Verderben; dennoch hat sie dich berückt.
Weh mir!
Mein Wort, o Theseus, quilt dich; aber harre still,
Vernimm das Weitere, daß du mehr noch seufzen magst.
Du weißt es, drei Versprechen gab dein Vater dir:
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Von diesen nahmst, du eines weg, Verruchtester,
Statt einen Feind zu treffen, trafst du deinen Sohn.'
Der Meeresgott, dein Vater, gab wohlmeinend dir,
So viel er mußte, weil er dir es angelobt;
Doch du bezeigtest dich an mir und jenem schlecht,
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Da du Beweise weder, noch der Seher Spruch
Erwartet, auch nicht prüftest, oder längre Zeit
Erwogest, sondern rascherals es ziemte dir,
Den Sohn dem Fluche weihtest, und ihn mordetest.
Theseus.
Ach, stürb' ich, Göttinn!
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Artemis.
Du vergingst dich schwer; indeß
Noch kann Verzeihung werden auch für dieses dir.
Denn Aphrodite wollte, daß es so geschah,
Die Rache kühlend. Dies Gesez herrscht unter uns:
Der Götter keiner will des andern Neigungen
Entgegenstreben; immer treten wir zurück.
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Denn, glaube sicher, wenn ich Zeus nicht fürchtete,
Ich hätte niemals mich gestürzt in solche Schmach,
Ihn, der von allen Menschen mir der liebste war,
Dem Tode preiszugeben. Doch Unkunde spricht
Von allem bösen Willen dein Vergehen los;
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Und jeden Vorwurf, daß sie deinen Sinn berückt,
Hat deine Gattinn abgewandt durch ihren Tod.
Wohl brach am herbsten dieses Leid auf dich herein 3
Doch macht es mir auch Kummer: denn der Frommen
Tod
Ist nicht der Götter Wonne; nein, die Bösen nur
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Und ihre Kinder und ihr Haus vertilgen wir.
Chor.
Hippolytus. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .