Euripides Heracleidae 181

ed. Gilbert Murray

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Heracleidae. Euripides. ed. Gilbert Murray. Oxford. 1902.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

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Current edition Perseus

Ἡρακλεῖδαι (Greek) (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902.)

Translations (3)
Heracleidae Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906.) — 181 focus
The Heraclidae (OCR draft) Experimental (The Heraclidae. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1852; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 3, Heidelberg: C. F. Winter, 1852. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 181 focus
O Fürst, in deinem Lande will's die Sitte so:
Zu reden, wie zu hören, ist mir freigestellt,
Niemand verstößt mich ungehört, wie sonst geschah.
Doch uns und diesen bindet nichts Gemeinsames; 1
180
Denn keinen Theil mehr haben wir an Argos' Land,
Das uns verurtheilt, Haus und Heimat flohen wir:
Wie könnte der nun fuglich als Mykener uns
Nach Hause fordern, die er ausgetrieben hat? 2
Fremdlinge sind wir. Oder dunkt es euch gerecht,
185
Daß Hellas' Marken fliehe, wer aus Argos floh?
Drum fliehn wir auch aus eurem Lande nicht; ihr treibt 3
Aus Furcht vor Argos nicht Herakles' Kinder aus.
Ist doch Athen kein Trachis, kein achaisches 4
Stadtlein, aus dem du diese wider Fug und Recht
190
Vertriebst, die flehend am Altar Gelagerten,
Nur Argos' Land erhebend, wie du's jezt erhebst.
Denn thust du solches, und erfüllt Athen dein Wort: 5
Erkenn' ich nicht mehr in Athen die freie Stadt.
Indeß - ich kenne seiner Bürger Sinn und Art:
195
Sie stürben lieber; denn die Scheu vor schnöder That 6
Gilt edlen Männern höher als das Leben selbst.
Genug von Atthis' Volke: denn zu großes Lob
Ist auch gehässig, und ich selbst erinnre mich,
Oft war mir's låstig, wenn man mich zu sehr erhob.
200
Doch daß es dir gezieme, die zu retten, will
Ich dir erklären, da du Herr im Lande bist.
Pittheus war Pelops' Sprößling, Pittheus' Tochter war
Aethra; von Aethra's Schooße ging dein Vater aus,
Theseus. Vernimm nun, welches Stammes Diese sind.
Ein Sohn, Alkmene's und des Zeus war Herakles,
Alkmene Pelops' Enkelin. Dein Vater und
Herakles also stammen ab von Einem Ahn.
So bist du diesen blutsverwandt, o Demophon.
Doch nicht Verwandtschaft, Andres noch gebietet dir,
210
Den Kindern, Herr, zu vergelten. Denn ich, wisse, zog
Einst aus mit Theseus als Herakles' Waffenknecht,
Dem Gürtel nach, der manches Leben mordete; 7
Und aus des Hades Klüften führt' ihr Vater einst 8
An's Licht den Theseus; das bezeugt ganz Hellas uns.
215
Für solche Wohlthat fordern sie zum Danke sich,
Daß du sie nicht auslieferst, nicht gewaltsam sie
Von deinen Göttern reißend aus dem Lande treibst.
Denn dir vor Allem bringt es Schmach, Unheil der Stadt: 9
Schuzfleh'nde, Flüchtling', Unverwandte
220
(wehe mir! O blick auf sie, Herr!) mit Gewalt davongeschleppt!
Nein, nimm die Zweige! Bei den Hånden fleh' ich dir,
Bei diesem Kinne: laß Herakles' Kinder nicht
Schmachvoll verstoßen, die du nahmst in deine Hut!
Sei ihnen Anverwandter, sei der Armen Freund,
225
Ihr Vater, Bruder, und ihr Herr! Denn alles dies
Ist besser, als Argeiern unterthan zu sein.