Euripides Medea 96-210

Edward P. Coleridge (Translator)

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Medea. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1906.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by Tufts University.

Current edition Perseus

Medea (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906.)

Editions (1)
Μήδεια Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902.) — 96-212 focus
Translations (2)
Medea (OCR draft) Experimental (Medea. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

No corresponding passage available

German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 96 focus
Ich leidendes, unglückseliges Weib!
daß ich endigte! Weh mir, weh!
Ich hörte die Stimm', ich vernahm das Geschrei
Der verlassenen Kolchierinn.
Sie hat noch nicht sich beruhigt?
Greisinn! Am Thore vernahm ich ja jezt
135
sprich,
In des Hauses Tiefe Geschrei;
Nimmer, o Alte, freu' ich mich
Ueber des Hauses Noth,
Nicht mehr ist das Haus, hin all' sein Glück!
140
Er freite die fürstliche Jungfrau sich,
Und die Herrinn verzehrt in dem stillen Gemach
Ihr Leben, mit freundlichem Zuspruch mag
Der Gespielinnen keine sie trosten.
(Zeus, Licht und o Erde!) Vernahmst du den Ruf, 5
Mit welchem die Unglückselige laut
150
Ihr Leiden beklagt?
Welch heftiges Sehnen ziehet
Dich hin zu dem Gatten, Thorinn,
Beschleunigt des Lebens Ende?
Erflehe du das nicht.
155
Wenn sich dein Gemahl
Anderer Lieb' ergeben;
Nicht grolle du ihm darüber:
Zeus wird dich an ihm noch råchen.
Traure, jammre nicht
160
Um den Geliebten allzusehr.
Themis und Artemis, schaut, ihr Erhabenen, was ich erdulde!
Mit gewaltigem Eidschwur fesselt' ich ihn,
Den versluchten Gemahl.
ha, såh' ich einmal mit dem Hause zugleich
165
Ihn selbst und die Jungfrau schmählich vertilgt,
Sie, die mich zuerst zu befeinden gewagt!
Vater, o Heimat, denen ich schnid
Absagte, nachdem ich den Bruder erschlug!
kame sie, uns in das Auge zu sehn,
175
daß sie vernåhm' aus unserem Mund
Ein erheiterndes Wort!
Es dämpfte den schweren Unmuth 6
Vielleicht und die stolze Seele.
Stets will ich den Freunden eifrig
180
Zu dienen bereit sein.
Gehe denn, und her
Führe sie aus dem Hause,
Mit freundlichem Wort zur Eile 7
Mahnend, ehe sie drinnen
185
Frevelt; denn mit Macht
Hat sie ergriffen dieser Gram.
Gehn will ich nach ihr: wohl fürcht' ich, mir folgt 8
Die Gebieterinn nicht;
Doch nehm' ich es dir zu Gefallen auf mich.
190
Zwar stiert sie so wild mit der Löwinn Blick,
Die Junge gebar, auf die Sklavinnen hin,
Wenn eine sich naht und ein Wort vorbringt.
Mit Recht wohl nenntest du mir das Geschlecht,
Das früher gelebt, unweis und verkehrt:
195
Sie haben Gesang bei frohlichem Mahi,
Bei Tänzen und Hochzeitsesten erdacht,
Und das Leben erfreut mit den Tonen der Lust;
Doch Niemand hat noch den schrecklichen Gram
Mit der Saiten, des Lieds vielstimmigem Klang
200
Zu verbannen gelehrt: drum rafft das Geschick
In verheerendem Tod die Geschlechter dahin.
Wohl wår' es Gewinn, wenn jegliches Leid
Uns heilte das Lied: doch wozu frommt
Bei frohlichem Festmahl uns der Gesang?
205
Denn die Herzen der Menschen vergnügen sich schon
An der lockenden Fülle des Mahles.
(cilt in's Haus.) Schlußgesang.
Ich vernahm ein Geschrei, vielfachen Seufzerlaut:
Helljammernd klagt sie an, verslucht
Des Chebettes Verråther, den schndden;
210
Die Schwergekränkte ruft zu Themis,
Zeus' Tochter, die des Eides wahrt,
Die sie zu Hellas'
Ufern herübergeführt,
Des unendlichen Meeres Thor hindurch, 9
215
Ueber nächtliche Wogen. 10

Notes on the current edition

Medea

1. So MSS. ἀπλήστου. Elmsley, whom many editors have followed, proposed ἀπλάτου = terrible.
2. καὶ πότνι’ Ἄρτεμι, corrupt and pointless. The reading here adopted by the translator is καὶ πόσις, ἄρτι με, suggested by Munro (Journal of Philology, No. 22, p. 275) πόσις = Zeus.