Euripides Medea 1-95

Edward P. Coleridge (Translator)

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Medea. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1906.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by Tufts University.

Current edition Perseus

Medea (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906.)

Editions (1)
Μήδεια Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902.) — 1-95 focus
Translations (2)
Medea (OCR draft) Experimental (Medea. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 1 focus
Daß dåstre Symplegaden durch das Argoschiff 1 2 3
1
Niemals geflogen wäre nach dem Kolcherland,
Daß auf den Waldhdhn Pelions die Fichte nie
Gesunken wäre, noch der Arm der Helden sie
Gerudert hatte, welche Pelias ausgesandt,
5
Das goldne Vließ zu holen! Dann entsegelte
Medeia, meine Herrinn, nie zu Jolkos' Stadt, 4
Um Jason wild in grånzenloser Lieb' entbrannt:
Nie håtte Pelias' Tochter sie zum Vatermord 5
Beredet, wohnte nicht im Land Korinthos' hier
10
Mit Mann und Kindern, bei den Bürgern zwar geliebt,
Zu deren Lande sie gelangt als Flüchtige,
Und treu dem Jason überall zur Seite stets;
Denn dieses ist des Erdenlebens höchstes Gluck,
Wenn mit dem Manne sich verträgt des Weibes Sinn.
15
Doch nun ist Alles feindlich, auch das Theuerste:
Denn meine Herrinn und die eignen Kinder hat
Verrathen Jason, hat erwählt das Königsbett
Der Tochter Kreons, der gebeut in diesem Land.
Und sie, das unglückvolle, stolzverschmähte Weib,
20
Medeia, ruft die Eide, ruft das hochste Pfand
Der Treu, die Rechte, ruft die Macht der Götter laut
Zu Zeugen, wie von Jason ihr vergolten sei.
Dem Schmerze hingegeben, sonder Speise, liegt
Sie da, verzehrt in Thränen sich den ganzen Tag,
25
Seit sie von ihrem Manne sich verstoßen fühlt,
Das Auge nicht erhebend, und vom Boden nie
Den Blick verwendend: wie der Fels, wie wogende
Meerflut, vernimmt sie Freundestrost und Mahnungen.
Wohl Einmal auch den blendendweißen Hals gewandt,
30
Beklagt sie still und heimlich ihren Vater, klagt
Um Herd und Heimat, welche sie verrieth und floh,
Dem Manne folgend, der sie nun schmachvoll entehrt.
Erkannt an ihrem Leide hat die Dulderinn,
Das Beste wåhle, wer die Heimat nicht verläßt.
35
Die Kinder haßt sie, und ihr Anblick freut sie nicht.
Sie brütet, fürcht' ich, über etwas Gråßlichem;
Denn ihr Gemuth ist heftig, Unrecht wird es nicht
Ertragen; ja, ich kenne sie, und fürchte sehr:
Sie schleicht in's Haus her schweigend, wo ihr Lager steht,
40
Durchbohrt mit scharfem Stahle sich die eigne Brust;
Vielleicht auch daß sie Kreon und den Bräutigam
Ermordet, und sich dann verstrickt in großres Leid:
Denn heftig ist sie und den Siegeskranz erringt
Nicht leichten Kampfes, wer mit ihr verfeindet ist.
45
Doch sieh, vom Rennplaz kommen hier die Kinder schon
Zuruck, die frohen ahnen nichts vom Ungemach
Der Mutter; jugendlicher Sinn betrübt sich nicht.
Was stehst du vor den Thoren, graue Dienerinn
In meiner Herrinn Hause, was so einsam hier,
50
In laute Klag' ergossen über unsre Noth?
Wie wil allein denn, ohne dich, Medeia sein?

Notes on the current edition

Medea

1. πεσσοὺς literally the game itself; here; explained by the Scholiast as the place where it was habitually played.