Gehn will ich nach ihr: wohl fürcht' ich, mir folgt
1
Die Gebieterinn nicht;
Doch nehm' ich es dir zu Gefallen auf mich.
190
Zwar stiert sie so wild mit der Löwinn Blick,
Die Junge gebar, auf die Sklavinnen hin,
Wenn eine sich naht und ein Wort vorbringt.
Mit Recht wohl nenntest du mir das Geschlecht,
Das früher gelebt, unweis und verkehrt:
195
Sie haben Gesang bei frohlichem Mahi,
Bei Tänzen und Hochzeitsesten erdacht,
Und das Leben erfreut mit den Tonen der Lust;
Doch Niemand hat noch den schrecklichen Gram
Mit der Saiten, des Lieds vielstimmigem Klang
200
Zu verbannen gelehrt: drum rafft das Geschick
In verheerendem Tod die Geschlechter dahin.
Wohl wår' es Gewinn, wenn jegliches Leid
Uns heilte das Lied: doch wozu frommt
Bei frohlichem Festmahl uns der Gesang?
205
Denn die Herzen der Menschen vergnügen sich schon
An der lockenden Fülle des Mahles.
(cilt in's Haus.)
Schlußgesang.
Chor.
Medea. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .